lief) ausgesetzt. Dieser Angestellte hatte auch für die anderen Salinen erforderlichen
Falles geschäftliche Reisen zu unternehmen.
Gelegentlich eines im April 1909 vom Verfasser auf der kgl. Saline Friedrichshall
ausgeführten Besuches standen dortselbst 4 Sudhäuser im Betrieb. Im
Sudhaus No. 2 arbeiteten zwei Pfannen mit einer Dampfpfanne. Sudhaus
No. 3 besitzt zwei Pfannen, hiervon arbeitet eine Pfanne mit sechsstündiger
Sudzeit und die andere Pfanne mit zwölfstündiger Sudzeit. Im Sudhaus
No. 4 stehen zwei Pfannen mit je 4-stündiger Sudzeit im Betrieb; während
im Sudhaus No. 5 sechs Pfannen mit je 96-stündiger Suddauer in Tätigkeit
sind. Die gesamte, für die Versiedung zur Verfügung stehende Pfannenfläche
beträgt 1600 qm. Für die Salztrocknung kommt eine Gesamtfläche von 1780 qm
in Frage. Gegenwärtig wird die Sole aus zwei Bohrlöchern von Clemenshall
nach Friedrichshall geleitet, dortselbst in großen Solen-Reservoirs gesammelt.
Diese Reservoirs besitzen einen Fassungsgehalt von 5000 obm, welche Solenineuge
für einen vierwöchentlichen Sudbetrieb ausreicht. Auf der Saline sind
etwa 100 Arbeiter beschäftigt. Die kgl. Saline Friedrichshall ist die gegenwärtig
größte staatliche in Württemberg.
14. Kapitel.
Aas kgl. ivürtt. ÄuIPiergmerk Friedrichshall.
Erweist sich auch der Salinenbetrieb mittels Bohrlöchern allgemein betrachtet
finanzwirtschaftlich günstiger als der Salzbergwerksbetrieb, so sprechen anderseits
wieder zwei Faktoren sehr zu Gunsten des letzteren. Diese zwei Faktoren
bilden die erheblich größere Salzgewinnung und die mehr gewährleistete Sicherheit
des Betriebes hinsichtlich der Produktion. Die ständigen Schwankungen der
Lötigkeit der gehobenen Sole im Bohrlochbetrieb tragen in das Produktionsergebnis
eine Unsicherheit hinein, die für die Entwicklung eines Unternehmens nicht
gerade förderlich ist. Aus diesem Grunde ist es begreiflich, wenn die württembergische
Regierung danach trachtete, sich ihrem Salinenbetrieb auch den Salzbergmerksbetrieb
anzugliedern, der nicht nur eine größere Produktion, sondern
auch mehr Stetigkeit in den Betriebsergebnissen versprach. Für die Wahl der
Saline Friedrichshall zum Salzbergwerksbetrieb ergaben sich mehrere Gründe.
Wesentlich hierbei war die wirtschaftsgeographische Lage von Friedrichshall, da
hier die Möglichkeit bestand, auf dem billigen Wasserwege unter Benutzung des
Rheins einen Teil Norddeutschlands, sowie Holland und Belgien mit Steinsalz
zu versorgen. Eine Annahme, die in der Zukunft tatsächlich ihre Erfüllung
fand.
Die Absicht, neben dem Salinenbetrieb in Friedrichshall auch einen bergbaulichen
Betrieb zu eröffnen, wurde schon im Jahre 1824 praktisch zur Durchführung
zu bringen versucht. Allerdings ohne Erfolg, wie schon an anderer
Stelle geschildert. Im Jahre 1850 hatte man zur Untersuchung des Steinsalzlagers
bei Friedrichshall ein Bohrloch niedergebracht, welches bei 360 Fuß Tiefe
das Gipslager erreichte. Nachdem dieses in seiner Mächtigkeit von 160 Fuß
durchsunken >var, stieß man zuerst auf ein Steinsalzlager von 9 Fuß, dann
auf ein zweites von 26 Fuß und unter diesem auf ein drittes von 40 Fuß