Gut bis zu 80 mm Korngröße, alsdann wird das soweit fertige Gut bei den
Vorbrechern I, II und III aus je 2 Mahlgänge gekrackt, erneut zerkleinert und
nun durch die Elevatoren bis zum Dachgeschoß befördert. Vom Dachgeschoß
wird das Gut in die Doppelsiebe gestürzt, worauf der Durchfall nun entweder
durch die Transportschnecken als Fertigfabrikat den Eisenbahnwagen zugeführt
wird, oder man befördert das Gut auf Wagen nach dem Magazin. Für den
Mahlprozeß des Steinsalzes kommt also eine geschlossene Apparatengruppe in
Frage, die sich zusammensetzt aus je einem Vorbrecher, 2 Mahlgängen, 1 Elevator,
1 Siebapparat und 1 Schnecke. Die Leistung einer solchen Apparatengruppe
in 10 Stunden liegt zwischen 60 bis 75 Tonnen gemahlenes Steinsalz bei einem
Kraftbedarf von 15 Pferdekräften. Das Gut, welches als Ausfall die Siebe
nicht passiert hat, wird zur nochmaligen Bearbeitung auf die vorhandenen beiden
Reserve-Mahlgänge übergeführt. Der Kraftbedarf der Reserve-Mahlgänge mit
1 Elevator und 1 Sieb beträgt 10 Pferdestärken. Das ausgetragene Mahlgut
des Vorbrechers IV wird auf ein Leseband geschickt, wo eine Auslese durch
Knaben bewirkt wird, worauf das Gut auf ein Sieb von 11 mm Lochung fällt.
Diese Apparatengruppe weist bei 10-stündigem Gange ebenfalls eine Produktions
leistung von 60 bis 75 Tonnen auf, jedoch werden hier nur 5 Pferdestärken
als Kraftbedarf benötigt. Es würde sich hiernach die Gesamtleistung der Mühle
auf 240 bis 300 Tonnen in 10 Stunden stellen. Nachstehend geben ivir eine
Uebersicht der in der Mühle hergestellten Korngrößen:
1. Staubsalz bis 0,4 mm! 6. Gemahlenes Knörpelsalz bis 80 mm
7 - „ Mittelkorn v. 1—2 „
8. „ Grobsalz v. 2,5—7 „
j 9. Feinknörpelsalz „ 7—11 „
- --- - ~ „ 110. Knörpelsalz „ 11—80 „
gur den Betrieb der Mühle steht eine liegende, zylindrische Hochdruck
maschine zur Verfügung, deren Zylinder eine Bohrung von 520 mm hat; der
Hub beträgt 1000 mm, während 60 Umdrehungen in der Minute geleistet
werden. Die Maschine leistet nicht nur die für die Mahlgänge benötigten 60
Pferdestärken, sondern sie treibt auch den Schachtventilator unter Benutzung einer
Seiltransmission.
2. Feinsalz „ 1
3. Gemahlenes Feinsalz „ 2
4. „ Siebsalz „ 2,5
5. „ mittl. Grobsalz „ 11
Der Lagerraum des Steinsalzmagazins gestattet die Aufnahme von etwa 10000
Tonnen Salz. Die Beförderung des fertigen Salzes zum Magazin geschieht
auf eisernen Seitenkippern. Das zur Denaturierung bestimmte Salz wird mit
einer Mischung versehen, die sich zusammensetzt aus 7* % Wermutkrautpulver
und 3 / 8 °/o Eisenoxyd, oder mit 1 °/ 0 Petroleum, oder 2 % Steinkohlenmehl,
auch 1 °/o Ruß. Ist das Steinsalz für Zwecke bestimmt, die seine Denaturie
rung nicht zulassen, was besonders für die chemische Industrie gilt, so erfolg
der Versand unter Steuerverschluß und wird das Salz dann am Bestimmungsort
unter weiterer Kontrolle der Steuerbehörde behandelt. In diesem Falle erha en
die Säcke Steuerplomben. Die Säcke fassen 50 oder 100 kg Sülz. te
Verladung des Steinsalzes in die Schiffe und Eisenbahnwagen erfolgt entweder
lose durch Lutten oder Rutschen (Gleitbahnen) oder in Säcken, die man auf
Karren zur Verladestelle befördert. Stücksalz, das sofort zum Versand gelangt,
wird unmittelbar vom Schacht durch eine Rutsche zu den Eisenbahnwagen ge
leitet. Das Magazin liegt direkt an dem erbauten Fabrikhafen, der mit dem
Neckar in Verbindung steht. „ .
Einen besonderen Betrieb stellt die eigentliche Salinen-Ankage dar, über
N e u m a tt n, Salzbergbau und Salinenwesen in Württemberg.
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