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1) Verhandlungen d. württ. Kammer d. Abg. Jahr 1849. II. Beil.-Bd. S. 173.
brauch für landwirtschaftliche als industrielle Zwecke gegeben. Vornehmlich in
den 1840er Jahren begannen die von dem Klassiker der deutschen Landwirt
schaft Thaer aufgestellten neuen Grundsätze der Viehzucht und Düngerlehre mehr
und mehr ihren Einzug in die Betriebe der Landwirtschaft zu halten, und so
war es nur eine berechtigte Forderung, wenn man für Viehsalz und Steinsalz
im Interesse der Landwirtschaft einen möglichst niedrigen Salzpreis forderte. In
dem Bericht der Finanzkommission über den württ. Hauptfinanzetat des Jahres
1848/9 werden über den vermutlichen Salzbedarf der Landwirtschaft damaliger
Zeit einige interessante Angaben gemacht, die hier wiedergegeben seien. Man
berechnete auf großen Gütern den Salzbedarf für ein Stück Rindvieh auf 25
Pfund, für ein Schaf auf 10 Pfund; da der Viehbestand Württembergs damals
auf 825 000 Stück Rindvieh und 625 000 Stück Schafe berechnet wurde, so
ergab sich hiernach ein Salzbedarf von 268 750 Zentnern. Der Bericht ver
breitet sich dann weiter in interessanter Weise über den möglichen Salzbedarf
der Bevölkerung selbst. Es wird darauf hingewiesen, daß in den höheren
Schichten der Gesellschaft das Salzbedürfnis ein weniger stark hervortretendes
ist, weil die Speisen vielfach eine andere Würze erhalten. Es heißt dann
wörtlich weiter: „Dagegen ist das Salz in der Hütte des Armen, wo die
Kartoffel den Hauptbestandteil der Nahrungsmittel bildet, und in der Wohnung
des Mittelstandes, wo sie mindestens ein sehr wesentlicher ist, ein ganz unent
behrliches Bedürfnis." Den Salzbedarf für die Bevölkerung Württembergs be
rechnete man um jene Zeit auf folgender Basis. Nach den statistischen Ueber
sichten des deutschen Zollvereins hatte Württemberg im Jahre 1846 eine Be
völkerung von 1 739 706 Seelen. Mau nahm nun den Salzverbrauch pro
Kopf auf jährlich 25 Pfund an, wobei sich dann rund etwa 425 000 Zentner
Salz als Jahresverbrauch ergeben hätten. Der Bericht hält aber als Durch-
sckmittsverbrauch auch 20 Pfund für möglich, sofern man die Lebensweise der
höheren Stände berücksichtigt. In diesem Fall würde sich allerdings der Jahres
bedarf der damaligen Württembergischen Bevölkerung auf etwa 350000 Zentner
Salz ermäßigen. Im ganzen schätzte man 1849 den Salzverbrauch Württem
bergs für Mensch und Tier auf rund 650 000 Zentner jährlich. Diese
Schätzung ließ jedoch den wichtigsten Faktor der Salzdüngung in der Landwirt
schaft noch ganz aus dem Auge, ebenso den nicht minder bedeutenden Faktor
der industriellen Salzverwendung. Beide Faktoren glaubte man mit einem jähr
lichen Salzverbrauch von 75000 Zentnern in Rechnung setzen zu können, sodaß
sich ein tatsächlicher Gesamtverbrauch von 725 000 Zentnern Salz ergab. Gegen
über diesen schätzungsweisen Berechnungen stellte sich nun der tatsächliche Koch
salzverbrauch in Württemberg in den drei Wirtschaftsjahren 1844/47 auf
1 504 504 Zentner'). An diesem Kochsalzverkauf waren die einzelnen Salinen
in folgendem Umfange beteiligt:
Saline Hall 245 453 Zentner
„ Friedrichshall 219 044 „
„ Sulz 50 564 „
„ Wilhelmshall 813 118
„ Clemenshall 176 325 „
Insgesamt: 1 504 504 Zentner