Full text : München als Industriestadt

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kleinere  Maschinen  laufen  mit  elektrischem  Antrieb,  den  die
städtische  Zentrale  liefert.
Im  Betriebe  sind  zur  Zeit  180—220  Arbeiter  tätig,  unter
denen  10  Lehrlinge  sich  befinden.  Letztere  erhalten  eine  Stundenentschädigung ­
  von  10  Pfg.,  welche  gegen  Mitte  der  Lehrzeit, ­
  die  3—4  Jahre  dauert,  auf  20  Pfennige  erhöht  wird.  Die
Löhne  der  Schlosser  bewegen  sich  zwischen  3  Mark  und
5.20  Mark  pro  Tag,  die  der  Schmiede  schwanken  zwischen
2.50  und  5  Mark  den  Tag.  Die  Dreher  und  teilweise  auch  die
Schlosser  arbeiten  im  Akkord  und  erreichen  einen  Stundenlohn ­
  in  der  Höhe  von  60—65  Pfennig  bei  normaler  lOstündiger
  Arbeitszeit.  Überstunden  sind  nur  ausnahmsweise  bei
dringenden  Fällen  gestattet.  Wie  überall  ist  die  Mehrzahl  der
Arbeiter  organisiert;  die  Firma  kümmert  sich  ebenfalls  wie  wir
des  öfteren  bei  anderen  Betrieben  beobachtet  haben,  nicht
darum.  Auch  hier  geschieht  die  Arbeitervermittlung,  weil  die
Unternehmung  dem  Verband  bayerischer  Metallindustrieller  angehört, ­
  nur  durch  die  Vermittlungsstelle  dieses  Verbandes.
Unbedingt  zur  Großindustrie  zu  rechnen  und  mit  den
glänzendsten  Namen  auf  dem  Münchener  Platze  zu  nennen
ist  die  Firma  F.  S.  Kustermann,  Eisenkonstruktio'nswerk,
  Eisen-,  Metall-  und  Tempergießerei,
Eisen-  und  Kohlenhandel.
Aus  dem  Alter  der  Firma,  deren  Gründung  bis  in  das
18.  Jahrhundert  zurückreicht,  und  dem  heutigen  umfangreichen
Geschäftsbetrieb,  läßt  sich  die  Tatsache  ableiten,  daß  nur  wenige ­
  Münchener  Firmen  so  stadtbekannt  sind,  wie  dieser  Betrieb. ­
  Daß  dies  voll  berechtigt  ist,  mögen  folgende  Ausführungen ­
  beweisen.
Das  gesamte  Anwesen  der  Firma  Kustermann  umfaßt
heute  ca.  170000  qm  und  enthält  außer  mehreren  großen
Lager-  und  Verladeplätzen  für  Bau-Träger  und  Eisenkonstruktionen ­
  mit  elektrisch  betriebenen  Laufkrananlagen,  auch  Lagerplätze ­
  für  Eisen  und  Tonröhren,  Kohlen  und  Brennholz  der
Handelsabteilung,  für  Roheisen  und  sonstige  Materialien  der
Fabrikabteilung;  außerdem  stehen  nahezu  50  Gebäude  auf  dem
Riesenplatz,  welche  teils  für  das  Eisenkonstruktionswerk  und
die  Gießereien,  teils  für  die  Lagerhaltung  dienen.  Denn  schon
            
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