5*
6 7
Karl V. in die Niederlande. Wohl» um dort nicht mit leeren
Händen anzukommen, teilte er der Regierung in Innsbruck
mit, dass er „zu dem hochnotdürftigen Fürnemen des Zugs
in das Niederland“ 60 ooo fl nötig habe, mindestens aber
50 000 fl, da ihm mit weniger nicht gedient sei. Die Räte,
selbst in grosser Geldnot, beriefen sofort die Tiroler Land
stände und schickten zu den bekannten drei Augsburger Firmen,
um mit ihnen wegen eines Anlehens zu sprechen. Die letzteren
gewährten zusammen 30 000 fl (jede 10 000) und Hessen sich
dafür 20 000 M Silber aus ihren Bergwerken verschreiben 1 ).
In Gent angekommen (März 1540), erklärte Ferdinand, es
sei eine viel grössere Summe nötig, als er veimutet, und befahl
den Räten in Innsbruck, sie sollten mit den Kaufleuten weiter
verhandeln. Gleichzeitig stand die Regierung mit diesen in
Unterhandlung, um Geld aufzubringen für 5 Fähnlein Lands
knechte, die im September 1540 nach Ungarn gegen die Türken
geschickt werden sollten. Paumgartner lieh für diesen Zweck
7000 fl her 2 ). Für die Bekämpfung des Sultans mussten die
Kaufleute aber im Jahre 1541 noch weit grössere Summen
aufbringen. Ferdinand, der vor Ofen gegen Soliman im Felde
lag, schloss im Mai dieses Jahres mit Anton Fugger, Hans
Paumgartner und Matthias Manlich einen grossen Vertrag
über 110 000 fl ab und verschrieb ihnen dafür 50 000 M Süber 3 ).
Die Regierung konnte, als ihr dieses Abkommen bekannt
wurde, es nicht unterlassen, den König auf die schlimme Finanz
lage Tirols und die arge Belastung der Bergwerke hinzu weisen 4 ).
Sie weigerte sich, den Vertrag anzuerkennen, da der König
auf dem letzten Landtag zu Bozen versprochen habe, keine
eigenmächtigen Finanzhandlungen mehr abzuschliessen. Die
Räte sprachen auch die Befürchtung aus, dass die Unterhaltung
des „Wesens“ in Innsbruck und in Ensisheim wohl einmal
Stillstehen werde. Auch könne das Tiroler Land die Gelder für
die Türkenkriege nicht allein aufbringen. Der König solle
auf eine stärkere Heranziehung der Reichsstände dringen.
Da der obige Vertrag aber nun einmal abgeschlossen war, so
half ein Widerstand dagegen wenig und die Regierung verstand
') Entbieten und Befehl (1540) fol. 284.
2 ) Geschäft von Hof (1540) fol. 132.
s ) Gemein Missiven (1541) fol. 136.
4 ) Missiv an Hof (1541) fol. 88.