Full text: Nationale Bodenreform

WV der Wahl zum Vorstande wurde Damaschke zum 
zweitem Vorsitzenden gewählt. Da die bisherigen 
Schriftführer Dr. Oertmann und Otto Schulze eine Wie- 
derwahl ablehnten, wurde Rechtsanwalt Richard Berg 
als erster Schriftführer wiedergewählt und Dr. Poetsch 
und Ollendorf neu gewählt. Zum Schatzmeister wurde 
anstelle Ollendorfs A. Jurk ernannt. Als Beisitzer sind 
Dr. Oertmann, Professor Lehmann-Hohenberg, Rechts- 
anwalt Heyder und Apotheker Adolf Gaul neu gewählt 
worden. Die Wahl des Schriftleiters unserer Zeitschrift 
wurde dem neuem Vorsstande überlassen. Die Ausgaben 
des Bundes hatten sich im letztem Jahr auf 2923,79 Mark 
belaufen. Die Zahl der Abonnenten von Frei Land 
war um 127 auf 514 gesunken, Broschüren waren 2078 
verteilt worden. 
{Ter der wichtigsten Gegenstände der Beratungen 
bildete das neue Pr o g ram m. Es lagen dafür 
mehrere Vorschläge vor. Angenommen wurde das Pro- 
gramm, das Adolf Damaschke anfangs 1898 in der Bun- 
deszeitschrift veröffentlicht hatte. Die Satzungen erhiel- 
ten nunmehr im ß 1 folgende Fassung: 
: § 1. Der deutsche Bund für Vodenbesitzreform tritt dafür 
ein, daß die G i g en t u m Oberhoheit der Gesamtheit 
über die Schäße der Natur erhalten bleibe und da, wo sie ver- 
loren gegangen ist, wieder hergestellt werde. 
Der Bund fordert dies im Namen der Gerechtigkeit, nach 
der die Werte, die kein einzelner geschaffen hat, auch keinem 
einzelnem vollständig überantwortet werden dürfen. 
Der Bund ist der überzeugung, daß die Folgen der von 
ihm geforderten Reform: Wegfall alles arbeitlosen Ginkom- 
mens, der Hypotheken, Pfandbriefe, Staatsschuldscheine u. f. 
w.; Ersat aller Steuern und Zölle durch eine Grundsteuer 
oder Bodenpacht, die Bahn zu einem Zustand eröffnen werde, 
in dem wirtschaftliche Gerechtigkeit und persönliche Freiheit 
vereint sein werden. (fiehe Anhang.) 
93Z
	        
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