Full text : Einführung in die Volkswirtschaftslehre

i  uO  Kartell  unt  ü-ruft.
sammenzufassen,  wie  das  tatsächlich  bei  einigen  Zwergen,  Z-^2.
der  Glasindustrie,  der  Fall  ist.  Die  Gebilde,  in  denen  diese  Zusammenfassung ­
  erfolgt,  sind  die  vielberufenen  Kartelle.
Dieses  Wort  bedeutet  weitet  nichts  als  Vereinbarung,  Vereinigung. ­
  Unter  diesem  scheinbar  so  harmlosen  Worte  aber  verbergen ­
  sich  allerstärkste  wirtschaftsmachte  der  Gegenwart,  die
Venn  auch  in  Freundschaft  und  Gegnerschaft  die  Welt  und  zwar
bis  zu  jedem  von  uns  beschäftigen.
Lin  Kartell  rst  eine  Vereinbarung  zwischen  einer  Anzahl  von
Fabriken  oder  Werken  zum  Zwecke  der  monopolistischen  Marktbeherrschung ­
  von  der  losen  Form  der  Feststellung  gemeinsamer
Geschäftsbedingungen  an  bis  dahin,  daß  die  einzelnen  Werke  ihre
Selbständigkeit'vollständig  aufgeben  und  sich  einer  gemeinsamen
Zentralleitung  unterstellen;  im  letzten  Falle  spricht  man  vom
Trust.
Zwischen  diesen  beiden  Lndformen  zeigen  die  Kartelle  viele
Zwischenformen;  so  die  des  Syndikats,  bei  dem  das  Kartell
mit  einer  zentralen  Verkaufsstelle  oder  einer  dem  gleichkonunenden
  Kontrolle  verbunden  ist.  Aber  der  Endzweck  ist  doch  immer
der  gleiche.  In  allen  diesen  Fällen  handelt  es  sich  immer  wieder
darum,  die  preise  hochzuhalten.  Um  zu  diesem  Endzweck  zu  gelangen, ­
  wenden  die  Kartelle  alle  Mittel  an,  von  denen  wir  hier
nur  zwei  hervorheben  wollen,  die  Einschränkung  der  Produktion
und  der  Kampf  gegen  widerstrebende  Abnehmer.
wir  wissen  aus  dem  vorhergesagten,  daß  die  schrankenlose
Produktion  einem  ungewissen  Absatz  'gegenüber  der  eigentlichste
Grund  der  Krisen  und  Erschütterungen  des  Marktes  ist.  So  ist
es  klar,  daß  eine  Verständigung  zwischen  den  Produzenten  zum
Ziele  führen  muß,  wenn  sie  lückenlos  ist.  Ls  bedeutet  Las  freilich ­
  nicht  weniger  als  den  vollkommenen  Bruch  mit  dem  tzauptgrundsatz
  unserer  modernen  Wirtschaft,  der  freien  Konkurrenz.
Diese  Verständigung  führt  in  allen  Fällen,  die  uns  hier  hauptsächlich ­
  interessieren,  dazu,  die  Produktionsmenge  genau  festzustellen, ­
  die  das  einzelne  Werk  nicht  überschreiten  darf.  Das
geschieht  indirekt  oder  direkt  in  verschiedenen  Formen.  Indirekt
etwa  so,  daß  die  Mitglieder  sich  verpflichten,  die  Zahl  ihrer  Arbeiter ­
  nicht  zu  erhöhen,  oder  daß  sie  ihre  Werke  nur  so  und  so  viel
Tage  im  Jahre  in  Betrieb  setzen.  Direkt,  wie  beim  Kohlen--«
Syndikat  und  Stahlwerksverband,  daß  die  Fördermenge  ganz
genau  in  Tonnen  für  jedes  einzelne  Werk  festgesetzt  wird.  Die
            
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