Full text : Einführung in die Volkswirtschaftslehre

Das  Besitzeinkomnien.

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fallend,  da  auch  früher  dis  Parteien  gehört  wurden  und  auch  jetzt
die  eigentliche  Entscheidung  in  der  Person  des  „Unabhängigen"
liegt,  lvelchb  tiefgehende  prinzipielle  Bedeutung  dieser  Eingriff
in  das  freie  Spiel  der  Kräfte  auf  dem  Arbeitsmarkt  einer  der
wichtigsten  Industrien  hat,  liegt  auf  der  Lfand;  der  praktische  Erfolg ­
  aber  scheint  nicht  sehr  groß  gewesen  zu  sein,  wenigstens
wird  andauernd  weiter  über  Lohnkämpfe  der  Bergarbeiter  berichtet, ­
  welche  die  Festsetzungen  der  Bezirksausschüsse  nicht  anerkennen ­
  wollen.  Nichtsdestoweniger  ist  der  Versuch  im  Jahre
J917  in  England  wiederholt  worden,  indem  -—  im  Zusammenhange ­
  mit  der  Gesetzgebung  zur  pebung  der  landwirtschaftlichen
Produktion^  die  auch  Mindestpreise  für  landwirtschaftliche  Produkte ­
  auf  5  Jahre  vorsieht  —  ein  alter  Lioblingsgedanke  voll
Lloyd  George  durchgefühlt  und  Mindcstlöhne  für  Landarbeiter
festgesetzt  wurden.  Dem  Ergebnis  dieses  Experiments  wird  man
mit  Interesse  entgegensehen  müssen.

2.  Besitzeinkommen.
Der  Besitz  hat  als  Einkommensquelle  nur  dann
Bedeutung,  wenn  er  zu  Produktionszwecken  verwendet
werden  kann,  kfätte  Robinson  auf  seiner  einsamen  Insel  alle
Schätze  des  Krösus,  sie  wären  doch  tot  für  ihn  und  brächten  ihur
keinen  Pfennig  ein;  nur  dann,  wenn  er  damit  Werkzeuge  anschaffen, ­
  Arbeiter  besolden,  kurz  produzieren  könnte,  gäben  sie
Ertrag,  wenn  sich  der  Schreiner  eine  kfobelmaschine  kaufen  kann,
wird  er  vielleicht  das  Zehnfache  der  kfobelleiftung  bei  dem  gleichen-Aufwand
  persönlicher  Arbeit  fertigstellen  können  als  vorher;  findet ­
  er  genügend  Abnehmer  für  dieses  Mehrprodukt,  so  hat  ihni
nun  das  in  der  Hobelmaschine  angelegte  Kapital  Einkommen  gebracht. ­
  vermehrt  er'die  Zahl  der  Maschinen,  so  steigt  das  Produkt ­
  und  das  Einkommen  entsprechend  weiter;  aber  er  ist  nicht
imstande,  alle  diese  Maschinen  selbst  zu  bedienen,  sondern  er  muß
dafür  2lrbeiter  finden.  So  ist  jede  ausgedehntere  Verwendung'
von  Kapital  im  Gewerbe  daran  gebunden  —  abgesehen  davon,
daß  sich  zahlimgsfähige  Abnehmer  für  das  Mehrprodukt  einstellen
müssen  —,  daß  in  hinreichender  Zahl  besitzlose  Leute  vorhanden
sind,  die  gegen  Arbeitslohn  in  den  Dienst  des  Kapitalisten  treten.
Die  Verwendung  von  Kapital  fetzt  deshalb  außer  einer  gewissen
tzöhe  der  Technik  eine  soziale  Schichtung  voraus;  hat  jeder  genug
            
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