Full text : Einführung in die Volkswirtschaftslehre

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Zinshöhe.

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verkehr  angesehen  werden  müßte,  so  wird  man  in  Marokko  oder
Afghanistan  recht  froh  sein,  Geld  zu  diesem  Satze  zu  erhalten.
Endlich  spielt  auch  noch  die  besondere  objektive  Sicherheit ­
  eine  wichtige  Rolle,  welche  für  die  verschiedenen  Darsehnsarten
  sich  vielfach  abstuft.  Als  Beispiel  hierfür  sei  die  ksypothek
genannt.  Rach  unseren:  Lsypothekenrecht  bürgt  ein  Grundstück  den'
„  ^Mpothekengläubigern  nach  der  Reihenfolge  der  Eintragüngen;
der  Inhaber  einer  ersten  Hypothek  ist  also  viel  gewisser,  im  Falle
der  Zwangsversteigerung  für  seine  ganze  Forderung  Befriedigung
zu  finden  als  der  Inhaber  der  zweiten  oder  gar  der  dritten  und
vierten  Hypothek.  Daher  sind  durchwegs  die  Zinsen  einer  ersten
Hypothek  niedriger  als  die  einer  zweiten  oder  dritten,  und  zwar
berechtigtermaßen.
Diese  Sicherheitsgrade  wirken  natürlich  auf  das  Angebot  von
vornherein  ein;  da  die  meisten  Menschen  erfreulicherweise  ein
sicheres  Einkommen  einem  etwas  höheren  unsicheren  vorziehen,
sind  erste  Hypotheken  viel  gesuchter  als  spätere,  ganz  abgesehen  davon, ­
  daß  ein  nicht  unbeträchtlicher  iiei!  des.  verfügbaren  Nationalkapitals ­
  (das  Kapital  öffentlicher  Anstalten  wie  Sparkassen
sowie  das  aller  Bevormundeten)  vom  Gesetz  auf  solche  „mündelsicheren" ­
  Anlagen  verwiesen  wird.  Für  die  Gesamtentwicklung
des  Zinses  ist  in  erster  Linie  aber  das  Verhältnis  der  gesamten ­
  nationalen  Nachfrage  nach  Kapital  zum
nationalen  Angebot  entscheidend.
Dieses  Verhältnis  findet  einen  hinreichend  kennzeichnenden
Ausdruck  in  den  M  e  ch  s  e  l  z  i  n  s  s  ä  tz  e  n  der  g  r  o-ß  en  Z  e  n  -
tralbanken.  Der  Mechänismus  bes-  modernen  Geldmarktes
'hat  hierin  seinen  Angelpunkt.  Diese  Zentralbanken,  die  entweder
staatlich  oder  meist  nur  vom  Staat  privilegiert  und  reglementiert
sind,  haben  das  Äecht  der  Banknotenausgabe.  Das  Banknoten-  ■
.  geschäft  ist  mit  dem  Darlehnsgeschäft  der'Zentralbanken  dadurch
■  eng  verknüpft,  daß  die  Banken  die  Banknoten  bei  der  Diskoiitierung,
  d.  h.  dem  Kauf  von  Geschäftswechseln,  ausgeben.  Da
die  Banken  innerhalb  bestimmter  Grenzen  Banknoten  nach  Belieben ­
  ausgeben  können,  liegt  es  in  ihrer  Hand,  das  umlaufende
Geldkapital  zu  vermehren  und  zu  vermindern,  je  nachdeni  sic  mehr
oder  weniger  Wechsel  diskontieren.  Je  nachdem  nun  die  Zentralbanken ­
  den  Diskontsatz,  d.  h.  den  Zins,  festsetzen,  den  sie  für  den
Ankauf  von  wechseln  beanspruchen,  wird  auch  wieder  der  allgemeine ­
  Geschäftszinssatz  im  Lande  höher^  oder  niedriaer  sein
            
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