Full text: Einführung in die Volkswirtschaftslehre

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Der Mensch als Produktionsfaktor. 
in Deutschland fallen dann auf die jugendlichen Altersklassen, 
rund 8 auf die höchsten. Sowohl unter den Rindern wie unter 
den Alten sind allerdings eine ganze Anzahl, die als Arbeiter 
wohl mitzählen. Andererseits müssen wir aber auch daran Lenken, 
-aß wieder viele Menschen durch dauernde oder vorübergehende 
Krankheit an der Arbeit gehindert sind; wir werden also daniit 
rechnen können, Laß nur ungefähr drei Fünftel der Gesanitbe- 
völkerung als Arbeitende in Betracht kommen können. Tatsächlich ■ 
ergibt die Berufs- und Gewerbezählung einen noch etwas nie 
drigeren Prozentsatz. 
Die Zahl verschiebt sich nach den allgemeinen wohlstands- 
verhältnifsen (von dem Einfluß der Rriegsereignisse abgesehen); 
die Säuglingssterblichkeit vermindert sich, das Absterben verlang 
samt sich bei günstigeren Lrnährungsverhältnissen. Je wohl 
habender'ein Volk ist, in um so größerem Umfange wird es Nicht 
arbeiter, reine Konsumenten in seiner Mitte haben.. 
Die Vermehrung dieser volkswirtschaftlich gesprochen „toten 
Last" kann natürlich nicht ins Unendliche gehen; bei einem stei 
genden Mißverhältnis zwischen verzehrenden und Arbeitenden 
muß einmal die Grenze erreicht werden, wo die Arbeitenden 
nicht mehr imstande sind, genug auch für die Nichtarbeitenden 
zu verdienen. Dann wird unter Len Kindern und den alten 
Leuten wegen der schlechteren Ernährung eine raschere Sterblich 
keit eintreten, bis das gestörte Glerchgewicht wieder hergestellt 
ist. Man hat sogar die Frage aufgeworfen, ob nicht überhaupt 
einmal die.Zahl der Menschen auf der ganzen Erde so weit wach 
sen werde, daß die Nahrungsmittel für sie zu knapp werden. Ls 
war ein englischer Geistlicher, Thomas Robert Malthus 
der im Jahre 1798 in seinem berühmten „Essay on the principle 
of population" dieser Befürchtung klassischen Ausdruck gab. Nach 
seiner Meinung haben alle animalischen Wesen dieTendenz, 
sich über den gegebenen Nahrungsspiclraum hinaus zu vermehren. 
Er hat geglaubt, die Beziehungen zwiscken Bevölkerung uno 
Nahrungsspielraum in ein mathematisches Verhältnis bringen zu 
können: Die Bevölkerung verdoppelt sich nach ihm in 25 Iahren, 
vermehrt sich also in geometrischer Progression, während die 
Nahrungsmittel nur in arithmetischer Progression wachsen sollen. 
' Die Vermehrung der Bevölkerung wäre also: I, 2, 4, 8, *6, 32, 64, 
die der Nahrungsmittel dagegen t, 2, 5, 4, 5, 6, 7. In zwei Jahr- 
Hunderten würde die Bevölkerung sich zu den Nahrungsmitteln
	        
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