Full text : Einführung in die Volkswirtschaftslehre

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Rrbeiterxsychologie.

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Rraftgefühls  wie  der  Stimmungen,  und  gerade  in  diesem  Aus
und  Nieder,  diesem  steten  wchsel  der  StimmungsLagen  beruht
für  uns  der  Reiz  des  Lebens,  und  wir  suchen  die  Veränderung,
wo  sie  nicht  von  selbst  gegeben  ist.
Etwas  hoffen  und  bangen  und  sorgen
Mutz  der  Mensch  für  den  kommenden  Morgen,
Daß  er  die  Schwere  des  Daseins  ertrage,
Und  das  ermüdende  Gleichmaß  der  Tage.
Diese  Beeindruckbarkeit  von  außen  und  dieses  Bedürfnis
nach  solchen  Eindrücken  ist  nicht  etwa  eine  Besonderheit  unserer
„nervösen"  Zeit;  es  liegt  vielmehr  im  Tiefsten  der  Menschennatur ­
  begründet.  Nichts  ist  in  seinen  Stimmungen  von  Augenblick ­
  zu  Augenblick  schwankender  als  ein  Rind,  eben  weil  es  auf
jeden  Eindruck  sofort  reagiert,  wo  bei  dem  Erwachsenen  vielleicht
andere  gedankliche  Vorstellungen  ein  Gegengewicht  bilden.  Bei
den  Naturvölkern  steigert  sich  dieses  verlangen  nach  Unterbrechung ­
  des  gewohnten  Tagesablaufs  bis  zur  völligen  Ekstase,
die  sich  in  orgiastischen  Tänzen  auslöst.  Umgekehrt  wird  auch
der  beherrschteste  Mensch,  der  völlig  Meister  seiner  selbst  zu  sein
glaubt,  der  vollkonrmene  Stoiker  sich  diesem  allgemeinen  Lose
zuzeiten  nicht  entziehen  können.
Diese  Abhängigkeit  spüren  wir  nun  bei  der  Arbeit  auf  das
schärfste.  Jeder  wird  es  schon  empfunden  haben,  wie  die  Arbeitsfähigkeit ­
  von  Stimmung  und  Befinden  beeinflußt  wird,  wenn
draußen  die  Sonne  recht  lockend  scheint,  wollen  wir  nicht  gern
über  den  Büchern  sitzen,  oder  der  Nebel  macht  uns  spleenig  und
arbeitsunfähig;  wir  kommen  einmal  mit  einer  Arbeit  mit  aller
Mühe  nicht  voran,  und  ein  andermal  geht  es  so  ausgezeichnet,
daß  wir  gar  nicht  aufhören  möchten.  Es  ist  aber  keineswegs  die
geistige  Arbeit  allein,  die  solchen  Schwankungen  der  Eingabe
und  damit  auch  der  Leistung  unterliegt;  wir  wissen  vielmehr  ganz
genau,  wie  der  Mensch  auch  der  rein  körperlichen  Arbeit  gegenüber ­
  stets  ein  anderer  ist.  wir  haben  hierfür  die  Möglichkeit  einer
genauen  Feststellung,  und  zwar  in  zweifacher  Richtung,  indem  wir
einmal  Qualität  und  Quantität,  des  Produktes  und  andererseits
die  Rückwirkung  des  Produktionsprozesses  auf  den  Arbeiter  selbst
in  einigen  Fällen  messen  können.
Zuerst  hie  Rückwirkung  auf  den  Arbeiter.  Jede
Produktion  bietet  gewisse  Gefahren;  diese  können,  entweder  all-
            
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