Full text: Die wirtschaftlichen und politischen Motive für die Abschaffung des britischen Sklavenhandels im Jahre 1806/07

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Angaben über den Umfang, den auf einigen Inseln der Rück 
export angenommen hatte. Z. B. die von Mr. Robinson, 
Mr. Spooner sowie von den Kaufleuten aus Roseau (auf 
Dominica), wonach von den seit den letzten vier Jahren nach 
Dominica importierten Negern 5 /s an die Franzosen und 2 ls 
an die Spanier verkauft worden wären. Auf Grenada wären 
seit 1784 11000 Neger verkauft; davon die volle Hälfte zu 
billigeren Preisen an Fremde. Von Jamaika hätten Vs der 
Importe das Land wieder verlassen ! Southey (III, S. 220) 
schreibt: Von 1784—88 wären 27 553 Neger nach Barbadoes 
gebracht worden; von ihnen wären nur 11 772 dort verblieben, 
und 15 781 hätten die Insel wieder verlassen. — 
Die bisherigen, auf amtlichen Quellen fufsenden Zahlen 
kranken an der Annahme, dafs nur 38000 Neger von den 
Engländern transportiert worden wären. In Wirklichkeit 
müssen es mehr gewesen sein; denn die offiziellen Berichte 
geben, wie bemerkt, keinen Aufschlufs über die heimlich in 
das Ausland verschifften Sklaven. Nicht 38000, sondern sicher 
lich 40—50 000 Neger segelten jährlich in englischen Schiffen 
nach Amerika. Clarkson nimmt (Essay on Slavery etc., S. 32) 
42000 an. Unter dieser Annahme würden dann nicht 53 °/o, 
sondern kaum weniger als 2 /a der Transporte ins Ausland ge 
gangen sein. Diese Behauptung wird im Report 1789 (VI, 
„France“) von Mr. Bailie, Mr. King und Mr. Hubbert direkt 
ausgesprochen: „They believe that there are forthy thousand 
slaves annually purchased by the English, some of which are 
sold upon the coast to French ships, and the remainder carried 
off in British ships. One third of these are wanted for the 
supply of the British islands, and the other two are dis 
posed to foreigners.“ Diesbezügliche Notizen finden sich noch 
bei Brougham (II, S. 100) und Southey (III, S. 23). Dafs 
damals jährlich tatsächlich mehr als die von den englischen 
Behörden geschätzten 74000 Sklaven von den europäischen 
Nationen über das Meer verschleppt wurden, bekunden aulser 
den erwähnten Angaben auch Blake (S. 108), Clarkson (Ess. 
on Slavery, S. 35), Isert (S. 348) u. a. 
Grofsbritannien brauchte damals bei weitem nicht mehr 
die meisten Sklaven von allen europäischen Nationen. Frank 
reich bedurfte für seine Kolonien fast dreimal so viel Neger 
als England, auch Portugal viel mehr, wie folgende Tabelle 
bezeugt. Es bedurften um 1789 an jährlichen Zufuhren un 
gefähr durchschnittlich : 
Sklavenimporte 
Die französischen Kolonien 40000 (siehe S. 06), 
„ portugiesischen „ . . 20—25 000 (Poss. Ann. 1800, 
Nov. 4 Stück), 
„ englischen „ 15 000 
„ holländischen „ 7 000 (Brougham 1,532)
	        
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