Full text : Fortschritt und Armut

Die  Gesetze  der  Verteilung.

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Buch  III.

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den  Kohlen  gebundene  Sonnenhitze  im  Hochofen  wieder  frei  wird.
Die  Verwendung  von  Kapital  in  der  Produktion  ist  deshalb  nur  eine
Form  der  Arbeit.  Wie  das  Kapital  nur  durch  Verbrauch  benutzt  werden
kann,  so  ist  dessen  Benutzung  ein  Aufwand  von  Arbeit,  und  unr  intakt
erhalten  zu  werden,  muß  das  Kapital  durch  die  Arbeit  in  gleichem  Umfang ­
  hervorgebracht  als  bei  Unterstützung  der  Arbeit  verbraucht  werden.
Daher  bewirkt  auch  das  Prinzip,  welches  bei  freier  Konkurrenz  den
Lohn  auf  ein  gemeinsames  Niveau  bringt  und  den  Gewinn  im  wesentlichen ­
  gleichmäßig  gestaltet  —das  Prinzip,  daß  die  Menschen  ihre  wünsche
mit  der  wenigsten  Anstrengung  zu  befriedigen  suchen  werden  —-  dieses
Prinzip  bewirkt  auch,  daß  das  Gleichgewicht  zwischen  Lohn  und  Zins
hergestellt  und  erhalten  wird.
Diese  natürliche  Beziehung  zwischen  Zins  und  Lohn  —  dies  Gleichgewicht, ­
  bei  welchem  beide  für  gleiche  Anstrengungen  gleiche  Erträge
darstellen  werden  —  kann  in  einer  Form  dargelegt  werden,  die  eine
Gegensätzlichkeit  andeutet,  doch  ist  diese  Gegensätzlichkeit  nur  eine  scheinbare. ­
  Bei  einer  Teilhaberschaft  zwischen  Richard  und  Heinrich  ist  in
der  Angabe,  daß  Richard  einen  gewissen  Teil  des  Gewinns  erhält,  zugleich ­
  mit  ausgesprochen,  daß  der  Anteil  Heinrichs  kleiner  oder  größer
ist,  je  größer  oder  kleiner  der  Richards  ist;  wo  aber,  wie  in  unserem  Falle,
jeder  nur  das  erhält,  was  er  dem  gemeinschaftlichen  Fonds  hinzufügt,
da  verringert  die  Zunahme  des  Anteils  des  einen  nicht  das,  was  der
andere  erhält.
Ist  diese  Beziehung  festgestellt,  so  ist  es  klar,  daß  Zins  und  Lohn
zusammen  steigen  und  fallen  müssen,  und  daß  ersterer  nicht  steigen  kann,
ohne  daß  auch  letzterer  steigt,  noch  daß  der  Lohn  sinken  kann,  ohne  auch
den  Zins  herabzudrücken.  Denn  wenn  der  Lohn  sinkt,  muß  auch  der
Zins  im  Verhältnis  sinken,  sonst  wird  es  vorteilhafter,  Arbeit  in  Kapital
>  umzuwandeln  als  sie  direkt  aufzuwenden,  während,  wenn  der  Zins
sinkt,  der  Lohn  ebenfalls  entsprechend  sinken  muß,  da  sonst  die  Vermehrung ­
  des  Kapitals  verhindert  werden  würde.
Wir  sprechen  natürlich  nicht  von  besonderen  Löhnen  und  besonderen
Zinsen,  sondern  von  den  allgemeinen  Lohnsätzen  und  dem  allgemeinen
Zinsfuß,  und  verstehen  unter  Zinsen  immer  den  Ertrag,  welchen  das
Kapital  abzüglich  Versicherung  und  Unternehmerlohn  erzielen  kann.
Zn  einem  besonderen  Falle  oder  in  einer  besonderen  Verwendung  kann
die  Tendenz  des  Lohnes  und  Zinses  nach  einem  Gleichgewicht  gehindert
werden,  aber  zwischen  dem  allgemeinen  Lohnsatz  und  dem  allgemeinen
Hinssuß  muß  sie  ohne  Verzug  wirken.  Denn  obschon  in  einem  besonderen
Produktionszweige  die  Linie  zwischen  denen,  welche  die  Arbeit,  und
denen,  welche  das  Kapital  liefern,  scharf  gezogen  sein  mag,  so  gehen
doch  selbst  in  den  Ländern,  wo  der  schärfste  Unterschied  zwischen  Arbeitern
und  Kapitalisten  besteht,  diese  beiden  Klassen  durch  kaum  bemerkbare
Abstufungen  ineinander  über,  und  am  äußersten  Rande,  wo  die  beiden
Klassen  sich  in  denselben  Personen  vereinigen,  kann  die  Wechselwirkung,
            
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