Full text : Fortschritt und Armut

£}ettry  Georges  keben  und  Schriften.

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sondern  Jahre  und  oft  Jahrhunderte  Zeit  brauchen,  viel  weniger  leicht
zu  zergliedern  ist.  Er  gab  damals  eine  Broschüre  über  die  Landfrage
heraus,  der  nach  einigen  Zähren  eine  andere  über  denselben  Gegenstand ­
  folgte.
t872  gründete  George  in  Gemeinschaft  mit  vier  anderen  in  San
Francisco  ein  neues  Penny-Blatt  unter  dem  Titel  „Evening-Post".
Die  glänzenden  Leitartikel  aus  Georges  Feder  verschafften  dem  Blatte
bald  einen  Leserkreis  von  vielen  Tausenden,  namentlich  unter  den
Arbeitern.  Einige  bemerkenswerte  Züge  mögen  dartun,  wie  George
feine  Stellung  und  Aufgabe  als  Herausgeber  eines  gelesenen  Blattes
auffaßte.  Er  nahm  Partei  für  die  Matrosen  eines  Schiffes,  die  von
dem  Kapitän  und  den  Offizieren  grausam  behandelt  worden  waren,
aber  bei  den  Behörden,  die  von  den  mächtigen  Reedereiinteressen  beeinflußt ­
  wurden,  kein  Recht  fanden,  und  setzte  mit  bedeutenden  Geldopfern ­
  durch,  daß  die  Angeschuldigten  zur  Rechenschaft  gezogen  und
zu  langen  Gefängnisstrafen  verurteilt  wurden.  Zn  einem  anderen
Falle  bekämpfte  er  ein  Gesetz,  betreffend  den  freien  Ausschank  von
Branntwein,  und  geriet  dadurch  in  einen  schweren  Kampf  mit  den
bezüglichen  Znteressen.  Die  viertausend  Destillationen  San  Franciscos
boten  ihre  vierzigtausend  Kunden  zum  Kriege  gegen  die  „Post"  auf.
Zn  keinem  öffentlichen  Lokale,  bei  keinem  Krämer  durfte  das  Blatt
mehr  gehalten  werden.  Doch  die  Freunde  der  Mäßigkeit  und  des  freien
Wortes  scharten  sich  um  das  Blatt,  und  der  Ausfall  wurde  durch  eine
noch  größere  Liste  neuer  Abonnenten  gedeckt.
Inzwischen  suchten  gewisse  Politiker  dem  Blatte  auf  andere  Art
beizukommen,  indem  sie  die  Anteile  zweier  der  Beteiligten  ankauften.
Man  hoffte  so  das  Blatt  nach  Wunsch  lenken  zu  können.  Diese  Absicht ­
  jedoch  scheiterte  an  dem  Widerstande  Georges  und  seines  letzten
Genossen,  und  es  blieb  nichts  übrig,  als  die  Anteile  dieser  beiden  selbst
anzukaufen.  George  ging,  um  weiteren  Schwierigkeiten  auszuweichen,
auf  den  hierauf  abzielenden  Vorschlag  ein;  aber  die  Käufer  hatten  die
Rechnung  ohne  den  Wirt  gemacht,  als  sie  glaubten,  daß  es  die  Zeitung
sei  und  nicht  der  Mann,  woran  die  Leser  hingen.  Die  letzteren  vermißten ­
  Georges  Feder,  und  in  weniger  als  drei  Monaten  hatten  sich
die  Abonnenten  so  verringert,  daß  man  das  Blatt  losschlagen  mußte.
George  und  sein  Genosse  kauften  dasselbe  um  eine  weit  geringere  Summe
zurück,  als  sie  für  ihre  Anteile  allein  erhalten  hatten.
Der  erstere  übernahm  wieder  die  leitende  Stellung  und  führte,
nachdem  das  Blatt  bald  von  neuem  einen  Aufschwung  genommen,  eine
seiner  Lieblingsideen,  nämlich  die  Beteiligung  aller  bei  dem  Blatte
beschäftigten  Leute,  durch.  Es  wurde  eine  Aktiengesellschaft  gegründet,
und  zur  Vergrößerung  des  Unternehmens  ein  Darlehen  von  30000  Dollars ­
  aufgenommen.  Dies  sollte  in  der  Folge  verhängnisvoll  für  das
Blatt  werden.  Zm  Zahre  1.875  stellte  die  Bank  von  Kalifornien  ihre
            
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