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Das probiern gelöst.
Buch V.
Kapitel II.
Die Fortdauer der Armut inmitten fortschreitenden Reichtums.
Das große Problem, von dem diese wiederkehrenden Perioden
industrieller Lähmung nur besondere Merkmale sind, ist jetzt, glaube
ich, vollständig gelöst, und die sozialen Erscheinungen, welche in der
ganzen zivilisierten Welt den Menschenfreund erschrecken und den
Staatsmann verwirren, welche die Zukunft der vorgeschrittensten
Rassen umwölken und an der Wirklichkeit und dem schließlichen Zwecke
dessen, was wir so gerne Fortschritt nennen, zweifeln lassen, sind jetzt
erklärt.
Der Grund, weshalb trotz der Zunahme pro
duktiver Kraft der Lohn beständig einem Minimum
zustrebt, das nur gerade zum Leben hinreicht, liegt
darin, daß die Grundrente noch mehr als die Pro
duktionskraft zu steigen strebt und so eine be
ständige Tendenz zum Niederdrücken des Lohns
hervorbringt.
Zn jeder Richtung ist die direkte Tendenz der fortschreitenden Zivili
sation die, die Kraft der menschlichen Arbeit zur Befriedigung mensch
licher Bedürfnisse zu erhöhen, die Armut auszurotten und den Mangel,
sowie die Furcht vor dem Mangel zu verbannen. All die Dinge, aus
welchen der Fortschritt besteht, all die Verhältnisse, nach denen fort
schreitende Länder streben, haben die Verbesserung der materiellen
(und daher auch der intellektuellen und moralischen) Lage aller, die sich
unter ihrem Einfluß befinden, zum direkten und natürlichen Resultat.
Das Wachstum der Bevölkerung, die Vermehrung und Ausdehnung der
Austausche, die Entdeckungen der Wissenschaft, der Gang der Erfindungen,
die Ausbreitung des Unterrichts, die Verbesserung der politischen Ver
fassung und die Veredelung der Sitten haben, als materielle Kräfte
hetrachtet, sämtlich eine direkte Tendenz, die produktive Kraft der Arbeit
zu vermehren —nicht einiger Arbeit, sondern aller Arbeit; nicht in einigen
Abteilungen der Erwerbstätigkeit, sondern in allen; denn das Gesetz
der Güterproduktion in der Gesellschaft ist dasselbe Gesetz, das sich in
dem Worte ausgedrückt findet: „Einer für alle und alle für einen".
Aber die Arbeit kann die Vorteile, welche die fortschreitende Zivili
sation so bringt, nicht einheimsen, weil sie ihr unterschlagen werden.
Da das Land für die Arbeit notwendig, aber in Privatbesitz übergegangen
ist, so erhöht jede Steigerung der produktiven Kraft der Arbeit nur die
Grundrente — den Preis, welchen die Arbeit für die Gelegenheit, ihre
Kräfte auszuüben, zahlen muß; und so gehen alle die durch den Fort
schritt gewonnenen Vorteile an die Grundbesitzer, und der Lohn steigt
nicht. Der Lohn kann sich gar nicht bessern, denn je größer der Verdienst