Full text : Fortschritt und Armut

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Das  Problem  gelöst.

Buch  V.

der  Mangel  mit  dem  Überflüsse  zunimmt  und  der  Reichtum  zu  immer
gewaltigeren  Ansammlungen  gelangt.  Sie  erklärt  die  von  Zeit  zu  Zeit
wiederkehrenden  Krisen  der  Industrie,  ohne  den  Unsinn  der  „Überproduktion" ­
  oder  den  Unsinn  der  „Überkonsumtion"  zu  Pilse  zu  nehmen.
Sie  erklärt  den  erzwungenen,  die  produktive  Kraft  vorgeschrittener  Länder
vergeudenden  Müßiggang  großer  Massen  von  Leuten,  die  gerne  produzierten, ­
  und  zwar  ohne  die  widersinnige  Annahme,  daß  es  zu  wenig
Arbeit  gebe  oder  zu  viele  zum  Arbeiten  vorhanden  seien.  Sie  erklärt
die  schlimmen  Wirkungen,  welche  die  Einführung  von  Maschinen  häufig
aus  die  arbeitenden  Klassen  ausübt,  ohne  die  natürlichen  Vorteile  zu
leugnen,  welche  die  Verwendung  der  Maschinen  verleiht.  Sie  erklärt
das  Laster  und  Elend,  welche  sich  oft  unter  dichter  Bevölkerung  zeigen,
ohne  den  Gesetzen  des  Allweisen  und  Allgütigen  Mängel  zuzuschreiben,
die  nur  den  kurzsichtigen  und  selbstsüchtigen  Anordnungen  der  Menschen
ihr  Dasein  verdanken.
Diese  Erklärung  ist  in  Übereinstimmung  mit  allen  Tatsachen.
Man  überblicke  die  heutige  Welt.  In  den  am  weitesten  verschiedenen
Ländern  —  unter  den  verschiedensten  Verhältnissen,  was  politische
Verfassung,  Industrie,  Zollgesetzgebung  und  Geldumlauf  betrifft  —
wird  man  Elend  unter  den  arbeitenden  Klassen  finden;  aber  überall,
wo  man  Armut  und  Elend  inmitten  des  Reichtums  findet,  wird  man
auch  finden,  daß  das  Land  monopolisiert  ist;  daß  es,  statt  als  gemeinsames ­
  Eigentum  des  ganzen  Volkes  behandelt  zu  werden,  als  Privatbesitz
  einzelner  behandelt  wird;  daß  für  dessen  Benutzung  durch  die  Arbeit
große  Einkommen  aus  den  Erträgen  der  Arbeit  erpreßt  werden.  Man
überblicke  die  heutige  Welt,  vergleiche  verschiedene  Länder  miteinander,
und  man  wird  sehen,  daß  es  nicht  der  Überfluß  des  Kapitals  oder  die
Ergiebigkeit  der  Arbeit  ist,  was  den  Lohn  hoch  oder  niedrig  macht,  sondern
die  Ausdehnung,  bis  zu  welcher  die  Monopolinhaber  des  Grund  und
Bodens  in  der  Rente  die  Erträge  der  Arbeit  tributpflichtig  machen  können.
Ist  es  nicht  eine  den  Unwissendsten  geläufige  notorische  Tatsache,  daß
neue  Länder,  wo  der  Gesamtreichtum  klein,  der  Grund  und  Boden
aber  billig  ist,  stets  für  die  arbeitenden  Klaffen  besser  sind  als  reiche
Länder,  wo  der  Grund  und  Boden  teuer  ist?  Findet  man  da,  wo  der
Grund  und  Boden  verhältnismäßig  billig  ist,  nicht  auch  den  Lohn  verhältnismäßig ­
  hoch?  Und  da,  wo  der  Grund  und  Boden  teuer  ist,  nicht
auch  den  Lohn  niedrig?  Je  mehr  der  Grund  und  Boden  an  Wert  zunimmt, ­
  desto  tiefer  wird  die  Armut  und  der  Pauperismus  erscheinen.
In  den  neuen  Ansiedlungen,  wo  das  Land  billig  ist,  findet  man  keine
Bettler,  und  die  Ungleichheiten  in  der  Lage  sind  sehr  gering.  In  den
großen  Städten,  wo  das  Land  so  wertvoll  ist,  daß  es  nach  dem  Fuß
gemessen  wird,  findet  man  die  Extreme  der  Armut  und  des  Luxus.
Und  dieses  Mißverhältnis  in  der  Lage  der  beiden  äußersten  Enden  der
sozialen  Stufenleiter  kann  stets  durch  den  Preis  des  Landes  bemessen
werden.  Land  in  New  pork  ist  wertvoller  als  in  San  Franziska,  und  in
            
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