Full text : Fortschritt und Armut

Ejenrf  Georges  Leben  und  Schriften.

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man  verlangen  trägt.  Niemand  braucht  mehr  Land,  als  er  mit  eigener
pand  bebauen  kann,  oder  mehr  als  sechs  Fuß,  um  darin  zu  liegen,
wenn  er  gestorben  ist.  was  man  an  dem  Grundbesitze  schätzt,  ist  einfach
die  Macht,  von  der  Arbeit  Tribut  zu  fordern,  was  man  braucht,  ist
nicht  das  Land,  sondern  die  Arbeit  der  Menschen.  Der  Grund  und
Boden  von  London  ist  der  wertvollste  Grund  und  Boden  der  Welt;
aber  man  lasse  die  Einwohner  Londons  fortziehen  und  nur  die  Grundeigentümer ­
  dort  bleiben,  wieviel  würde  dann  noch  der  Grund  und
Boden  wert  sein?  Der  wert  desselben  hat  stets  nur  in  dessen  Macht
bestanden,  Arbeit  zu  beherrschen,  und  ehe  er  diese  Macht  erhielt,  war
er  ohne  jedweden  wert.  Ohne  Land  kann  kein  menschliches  Wesen
leben;  ohne  Land  kann  keine  Arbeit  getan  werden,  und  deshalb  war
derjenige,  der  Land  besaß,  aus  welchem  und  von  welchem  andere
Menschen  leben  mußten,  der  Herr  derselben  und  konnte  von  ihnen
ohne  irgendeinen  Ersatz  einen  Teil  ihres  Erwerbes  fordern.
^George  verlangt  deshalb  folgerecht  die  Wiedererstattung  des  Landes
an  diejenigen,  denen  es  in  Wahrheit  gehört,  d.  h.  an  alle  Bürger,  oder
an  deren  Organ,  den  Staat.  Als  die  einfachste  Art  und  weise  einer
solchen  Wiedererstattung  betrachtet  er  die  Einziehung  der  Rente  durch
Besteuerung.  Eine  Steuer  auf  den  Bodenwert,  meint  er,  sei  mit
den  denkbar  geringsten  Rosten  und  mit  weniger  Gefahr  der  Umgehung
und  Korruption  als  jede  andere  Steuer  einzuziehen.  Überdies  habe
sie  die  Eigenschaft,  anstatt  auf  der  Produktion  zu  lasten  oder  aus  Arbeit
und  Kapital  zu  fallen  und  so  die  Hervorbringung  von  Gütern  zu  vermindern, ­
  wie  es  andere  Staaten  tun,  vielmehr  die  Hervorbringung
von  Gütern  zu  steigern,  indem  sie  das  Besitzmonopol  beseitigt  und
verhindert,  daß  Leute,  die  nicht  selbst  das  Land  benutzen,  andere  von
der  Benutzung  abhalten.
viele,  welche  die  Richtigkeit  von  Georges  Ansichten  über  das
Grundeigentum  anerkannten,  haben  an  dessen  Schriften  und  Vorträgen ­
  darum  Anstoß  genommen,  weil  er  sich  begnügt,  einfach  das  Prinzip
auszusprechen,  und  die  Verpflichtung  leugnet,  die  bisherigen  Eigentümer ­
  zu  entschädigen.  Nicht,  daß  George  einer  Umwälzung  aller
jeweilig  bestehenden  Besitzverhältnisse  das  Wort  redete.  Aber  ihm  ist
es,  selbst  aus  taktischen  Gründen,  vor  allem  wichtig,  nur  die  ersten
Grundsätze  festgestellt  zu  sehen.  Es  ist  ihm  sehr  erwünscht,  daß  die
Erörterung  der  Frage  im  Publikum  sich  hauptsächlich  um  die  Angelegenheit ­
  der  Entschädigung  dreht.  Er  schließt  daraus,  daß  die  Flut
■  bereits  im  Steigen  begriffen  ist,  und  glaubt,  daß  die  praktische  Durchführung ­
  des  Grundsatzes  viel  leichter  sein  werde,  als  man  annimmt.
)m  Grunde,  meint  er,  gebühre  eine  Entschädigung  nicht  denen,  die
durch  das  Unrecht  Vorteil  gehabt,  sondern  denen,  die  darunter  gelitten ­
  haben.  Daß  die  Regierungen  das  Unrecht  gut  geheißen,  macht
keinen  Unterschied.  Regierungen  müssen  nach  demselben  Maßstabe  der
Sittlichkeit  und  Gerechtigkeit  beurteilt  werden,  wie  die  einzelnen.
            
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