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Das Heilmittel.
Buch VI.
für jetzt übergehen; der letztere fällt in seinen entscheidenden Zügen
in die Kategorie der in den vorigen Abschnitten behandelten Maßregeln.
Es bedarf keines Beweises, zu welchen Mißbräuchen und zu welcher
Demoralisation Bewilligungen von Staatsgeldern oder Staatskredit
führen würden.
Inwiefern das, was die englischen Schriftsteller „Freihandel in
Land" nennen — die Beseitigung der Kosten und Beschränkungen der
Übertragung —, die Teilung des ländlichen Grundbesitzes erleichtern
könnte, vermag ich nicht einzusehen, obgleich es diese Wirkung bis zu
einem gewissen Grade auf städtischen Grundbesitz haben dürfte. Die
Beseitigung der Kaufs- und Verkaufsbeschränkungen würde dem Grund
besitz lediglich gestatten, die Form, auf die er abzielt, nur noch schneller
anzunehmen. Daß in Großbritannien die Tendenz auf Konzentration
gerichtet ist, geht daraus hervor, daß trotz der durch die Kosten der Über
tragung bereiteten Schwierigkeiten der Grundbesitz sich dort beständig
konzentriert; und daß diese Tendenz eine ganz allgemeine ist, geht daraus
hervor, daß man den gleichen Prozeß auch in den vereinigten Staaten
beobachten kann.
Ich sage dies von den vereinigten Staaten unbedenklich, obschon
hier und da statistische Tabellen zitiert werden, um das Gegenteil zu
beweisen, wie hier der Grundbesitz sich faktisch konzentrieren kann, trotz
dem die Zensustabellen vielmehr eine Abnahme in der durchschnittlichen
Größe der einzelnen Besitze ergeben, ist leicht einzusehen, wenn mehr
Land in Benutzung kommt, und wenn es mit zunehmender Bevölkerung
intensiver bewirtschaftet wird, so verringert sich die Größe der Güter.
Eine kleine weide ist schon ein großes Gut, eine kleines Gut ein großer
Obstgarten, Weinberg, Baumschule oder Gemüsegarten, und ein Flecken
Land, der selbst für diese Zwecke klein sein würde, ist ein sehr bedeutendes
Grundstück in einer Stadt. So bewirkt das Wachstum der Bevölkerung,
welches den Boden höherer und intensiverer Verwendung zuführt,
ganz natürlich eine Verminderung der Größe des einzelnen Besitzes
durch einen in neuen Ländern sehr bemerkbaren Prozeß; damit kann
aber gleichwohl eine Tendenz zur Konzentration des Grundbesitzes Hand
in Hand gehen, welche zwar in den Tabellen, die die Durchschnittsgröße
der Grundstücke angeben, nicht erscheint, aber gleichwohl klar ist. Ein
Durchschnittsbesitz von einem Morgen in einer großen Stadt kann eine
viel größere Konzentration des Grundbesitzes in sich schließen als ein
Durchschnittsbesitz von 640 Morgen in einer neu angesiedelten Gemeinde.
Ich erwähne dies, um den Trugschluß der Folgerungen nachzuweisen,
die man aus den Tabellen zieht, weil mit denselben in den Vereinigten
Staaten oft paradiert wird, um zu beweisen, daß das Landmonopol ein
Übel sei, welches sich selbst heilen werde. Im Gegenteil ist es klar, daß
die Grundbesitzer im Verhältnis zur ganzen Bevölkerung immer weniger
zahlreich werden.
Daß in den Vereinigten Staaten wie in Großbritannien eine starke