Full text : Fortschritt und Armut

Das  Heilmittel.

Buch  VI.

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besser.  Wäre  es  den  Gutsherren  auch  untersagt,  von  ihren  Pächtern
eine  Pachterhöhung  zu  fordern  und  solange  die  festgesetzte  Pacht  bezahlt
wird,  sie  auszusetzen,  so  würde  doch  die  große  Menge  der  Produzenten
nichts  dadurch  gewinnen.  Die  nationalökonornische  Rente  würde  trotzdem ­
  zunehmen  und  den  auf  die  Arbeit  und  das  Kapital  entfallenden
Anteil  am  Ertrage  dennoch  beständig  vermindern.  Der  einzige  Unterschied ­
  würde  sein,  daß  die  Pächter  der  anfänglichen  Gutsherren  ihrerseits
Gutsherren  würden  und  ihrerseits  durch  die  Vermehrung  gewönnen.
wenn  durch  eine  Beschränkung  des  den  einzelnen  gestatteten  Grundbesitzes, ­
  durch  die  Regulierung  der  testamentarischen  Verfügungen  und
der  Erbfolge  oder  durch  progressive  Besteuerung  die  wenigen  Tausende
von  Grundbesitzern  Großbritanniens  um  zwei  oder  drei  Millionen  vermehrt ­
  würden,  so  würden  diese  zwei  oder  drei  Millionen  allerdings  dabei
gewinnen.  Aber  die  übrige  Bevölkerung  würde  dabei  nicht  besser  fahren.
Eie  würde  keinen  größeren  Anteil  an  den  Vorteilen  des  Grundbesitzes
haben  als  vordem.  Und  wenn,  was  offenbar  unmöglich  ist,  der  Grund
und  Boden  unter  die  ganze  Bevölkerung  gleichmäßig  verteilt  und  Gesetze ­
  erlassen  würden,  welche  der  Tendenz  zur  Konzentration  dadurch
Schranken  setzten,  daß  niemand  mehr  als  die  festgesetzte  Menge  besitzen
dürfte,  was  würde  aus  der  Zunahme  der  Bevölkerung  werden?
Was  durch  größere  Teilung  des  Grund  und  Bodens  zu  erreichen  ist,
kann  man  in  denjenigen  Gegenden  Frankreichs  und  Belgiens  sehen,
wo  eine  sehr  weitgehende  Teilung  herrscht.  Daß  eine  derartige  Teilung
des  Grund  und  Bodens  im  ganzen  viel  besser  ist  und  dem  Staate  eine
weit  festere  Grundlage  verleiht  als  diejenige,  die  in  England  herrscht,
darüber  kann  kein  Zweifel  bestehen.  Aber  daß  sie  die  Löhne  nicht  erhöhü
und  die  Lage  der  Klasse  nicht  verbessert,  welche  nur  ihre  Arbeit  hat,
ist  ebenso  klar.  Diese  französischen  und  belgischen  Bauern  üben  eine  so
strenge  Sparsamkeit,  wie  sie  kein  englischsxrechendes  Volk  kennt.  Und
wenn  dort  nicht  so  schlagende  Anzeichen  von  Armut  und  Elend  dev
untersten  Klasse  sichtbar  sind,  wie  auf  der  anderen  Seite  des  Kanals,
so  muß  dies,  wie  ich  glaube,  nicht  bloß  diesem,  sondern  auch  einem  anderen
Umstande  zugeschrieben  werden,  welcher  die  Fortdauer  der  außerordentlichen ­
  Teilung  des  Grundbesitzes  erklärt  —daß  nämlich  dort  der  materielle
Fortschritt  nicht  so  schnell  vor  sich  gegangen  ist.
Weder  die  Bevölkerung  hat  sich  dort  mit  gleicher  Schnelligkeit
vermehrt  (sie  war  im  Gegenteil  fast  stationär),  noch  waren  die  Verbesserungen ­
  in  den  Produktionsmethoden  so  groß.  Nichtsdestoweniger  konstatiert ­
  kferr  de  Laveleye,  der  für  den  Kleinbesitz  schwärmt  und  dessen
Zeugnis  daher  mehr  Gewicht  haben  wird,  als  das  englischer  Beobachter,
bei  denen  man  ein  Vorurteil  zugunsten  des  in  ihrem  Lande  herrschenden
Systems  voraussetzen  könnte,  Herr  de  Lavelezw  konstatiert  in  seinem
vom  Eobden-Klub  gedruckten  Artikel  über  die  Landschsteme  Belgiens
und  Hollands,  daß  die  Lage  des  Arbeiters  unter  diesem  System  äußerster
Teilung  des  Landes  schlimmer  ist  als  in  England;  die  Pächter  dagegen  —
            
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