Full text: Fortschritt und Armut

Kap. IV. 
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Einfluß auf die soziale Organisation. 
Linien war oft ein scharf hervortretender Unterschied zwischen den 
Manieren der Zwischendecks- und Kajütenpassagiere, durch welchen 
dieser Zug der inenschlichen Natur illustriert wird. Überfluß an Speisen 
war für die einen wie für die anderen vorhanden, nur war iin Zwischen 
deck die Bedienung schlecht, und man riß sich daher um die Mahlzeiten. 
)n der Kajüte dagegen, wo jeder seinen Platz hatte und niemand be 
sorgte, nicht genug zu bekommen, riß man sich nicht um die Speisen, 
und es kam nichts um wie im Zwischendeck. Der Unterschied lag nicht 
im Charakter der Leute, sondern einfach an dem angeführten Umstande. 
Wären die Kajütenpassagiere ins Zwischendeck versetzt worden, so würden 
sie an dem gierigen Gedränge teilgenommen haben, und wären die 
Zwischendeckspassagiere in die Kajüte versetzt worden, so würden sie 
sofort höflich und ordentlich geworden sein. Der gleiche Unterschied 
würde sich in der Gesellschaft im allgemeinen zeigen, wenn die gegen 
wärtige ungerechte Güterverteilung durch eine gerechte ersetzt wäre. 
Man betrachte dies Vorhandensein einer kultivierten und verfeinerten 
Gesellschaft, in welcher alle roheren Leidenschaften nicht durch Gewalt, 
nicht durch Gesetz, sondern durch die öffentliche Meinung und den 
gegenseitigen Wunsch zu gefallen im Zaum gehalten werden. Wenn dies 
für einen Teil der Gesellschaft möglich ist, so ist es auch für die ganze 
Gesellschaft möglich. Ls gibt Gesellschaftszustände, in welchen jeder 
bewaffnet sein muß, jeder sich in Bereitschaft zu halten hat, Person und 
Eigentum mit starker Hand zu verteidigen, wenn wir dies überwunden 
haben, können wir auch noch anderes erreichen. 
Man kann jedoch einwenden, daß mit der Verbannung des Mangels 
und der Furcht vor demselben der Antrieb zur Anstrengung zerstört 
werden würde; die Menschen würden einfach Müßiggänger werden, 
und solch ein glücklicher Zustand allgemeiner Wohlfahrt und Zufrieden 
heit würde der Tod des Fortschritts sein. Dies ist das Argument der 
alten Sklavenbesitzer, daß die Menschen nur mit der Peitsche zur Arbeit 
getrieben werden können. Nichts ist unwahrer. 
Der Mangel könnte verbannt werden, aber die wünsche würden 
bleiben. Der Mensch ist das nie zufriedene Tier. Lr hat erst angefangen 
Zu forschen und das Weltall liegt vor ihm. Zeder Schritt, den er macht, 
eröffnet neue Ausblicke und entzündet neue Begierden. Er ist das auf 
bauende Tier; er baut, er verbessert, er erfindet und setzt zusammen, 
und je Größeres er tut, um so Größeres möchte er tun. Lr ist mehr als 
^in Tier, wie beschaffen auch die Intelligenz sein mag, die die Natur 
durchatmet, zu ihrem Ebenbilds ist der Mensch geschaffen. Das von seinen 
pochenden Maschinen durch das Meer getriebene Dampfschiff ist in seiner 
^rt, wenn auch nicht in demselben Grade, so gut eine Schöpfung wie 
der Walfisch, der darunter schwimmt. Das Teleskop und das Mikroskop, 
sind sie als Zusatzaugen, die der Mensch für sich hergestellt hat; 
w weichen Gewebe und schönen Farben, in welche unsere Frauen sich 
eiden, entsprechen sie nicht dem Gefieder, welches die Natur dem 
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