Full text : Fortschritt und Armut

Das  Gesetz  des  menschlichen  Fortschrittes,

Buch  X.

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die  Franziskaner  in  Kalifornien  und  die  protestantischen  Missionäre
einiger  Inseln  des  Stillen  Gzeans  bewiesen  worden.
Die  Annahme  eine  physischen  Rassenvervollkommnung  innerhalb
einer  §d1,  von  der  wir  Kenntnis  haben,  ist  durch  nichts  verbürgt  und
innerhalb  der  Zeit,  von  der  Bagehot  spricht,  geradezu  widerlegt.  Wir
wissen  durch  die  klassischen  Statuen,  aus  den  von  den  Kriegern  des
Altertums  getragenen  Lasten  und  gemachten  Märschen,  aus  den  Berichten ­
  von  wettläufen  und  gymnastischen  Festen,  daß  die  Rasse  sich  seit
zweitausend  Jahren  weder  an  Gestalt  noch  an  Stärke  vervollkommnet
hat.  Die  Annahme  geistiger  Vervollkommnung,  die  sogar  noch  zuversichtlicher ­
  und  häufiger  gehegt  wird,  ist  noch  abgeschmackter.  Kann
die  moderne  Zivilisation  in  Dichtkunst,  Malerei,  Architektur,  Philosophie
Redekunst,  in  der  Politik  oder  Kriegskunst  Männer  von  größerer  geistiger
Kraft  ausweisen  als  die  Alten?  Ls  ist  unnütz,  Namen  anzuführen  —
jeder  Schulknabe  kennt  sie.  Um  Muster  und  Personifikationen  geistiger
Kraft  anzuführen,  gehen  wir  auf  die  Alten  zurück.  Und  wenn  wir  uns
einen  Augenblick  die  Möglichkeit  denken  können,  die  von  dem  ältesten
und  weitverbreitetsten  Glauben  angenommen  wurde  —jenem  Glauben,
dem  Lessing  wegen  seines  Alters  und  seiner  Verbreitung  die  größte
Wahrscheinlichkeit  der  Wahrheit  zusprach,  dem  er  jedoch  aus  metaphysischen ­
  Gründen  anhing  —  die  Möglichkeit,  daß  Homer  oder  Virgil,
Demosthenes  oder  Licero,  Alexander,  Hannibal  oder  Läsar,  Plato  oder
Lucretius  oder  Aristoteles  im  neunzehnten  Jahrhundert  noch  einmal
unter  die  Lebenden  versetzt  würden,  können  wir  da  wähnen,  daß  sie
sich  den  Männern  der  Jetztzeit  untergeordnet  zeigen  würden?  Oder
wenn  wir  irgendeine,  selbst  die  dunkelste  Zeit  seit  dem  klassischen  Altertum, ­
  oder  irgendeine  noch  frühere  Zeit  nehmen,  von  der  wir  etwas
wissen,  finden  wir  nicht  stets  Männer,  die  nach  den  Verhältnissen  und
dem  Grade  des  Wissens  ihrer  Zeit  geradeso  hohe  geistige  Kraft  zeigten,
wie  die  unserer  Tage?  Und  stoßen  wir  nicht  auch  heutzutage,  wenn
unsere  Aufmerksamkeit  auf  die  weniger  vorgeschrittenen  Rassen  gelenkt
wird,  unter  denselben  auf  Männer,  die  nach  ihren  Verhältnissen  ebenso
große  geistige  Eigenschaften  aufweisen,  als  sie  die  Zivilisation  nur  zeigen
kann?  Bewies  die  Erfindung  der  Eisenbahn  zu  ihrer  Zeit  größere  Erfindungskraft, ­
  als  die  Erfindung  des  Schiebkarrens,  als  es  noch  keine
gab?  wir  Kinder  der  modernen  Zivilisation  stehen  weit  höher  als  unsere
Vorfahren  und  als  die  weniger  vorgeschrittenen  zeitgenössischen  Rassen.
Aber  nur  weil  wir  aus  einer  Pyramide  stehen,  nicht  weil  wir  größer  sind,
was  die  Jahrhunderte  für  uns  getan  haben,  besteht  nicht  darin,  daß  sie
unsere  Statur  erhöhten,  sondern  darin,  daß  sie  einen  Bau  aufführten,
auf  den  wir  unseren  Fuß  stellen  können.
Um  es  zu  wiederholen:  Ich  will  keineswegs  sagen,  daß  alle  Menschen
die  gleichen  Fähigkeiten  besitzen  oder  geistig  gleich  sind,  sowenig  wie  ich
sagen  will,  daß  sie  physisch  gleich  sind.  Unter  all  den  zahllosen  Millionen,
die  aus  diese  Erde  gekommen  und  wieder  gegangen  sind,  waren  wahr ­
            
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