Full text: Fortschritt und Armut

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Arbeitslohn und Kapital. 
Buch I. 
nur die Erzeugung eines kleinen oder vielleicht auch kleinen Teiles der 
besonderen Dinge, derenkhalben er arbeitet, zuweist, er doch dadurch, 
daß er bei der Erzeugung dessen, was andere wünschen, hilft —> anderer 
Arbeit auf die Erzeugung der seinerseits gebrauchten Dinge lenkt —, 
dieselben der Wirkung nach selbst produziert. Und so ist, wenn er Taschen 
messer macht und Weizen ißt, der Weizen tatsächlich ebensogut das 
Produkt seiner Arbeit, als wenn er ihn selber gebaut hätte und die Weizen- 
produzenten ihre Taschenmesser selber hätte machen lassen. 
wir sehen somit, wie vollständig und durchaus richtig es ist, daß 
in allem, was die Arbeiter für geleistete Arbeit erhalten und konsumieren, 
kein Kapitalvorschuß an dieselben enthalten ist. wenn ich Taschenmesser 
verfertigt und mit dem erhaltenen Lohn Weizen gekauft habe, so habe 
ich einfach Taschenmesser gegen Weizen umgetauscht, dem vorhandenen 
Gütervorrate Taschenmesser hinzugefügt und Weizen entnommen. 
Und da die Nachfrage der Konsumenten die Richtung, in welcher die 
Arbeit zur Produktion verwendet wird, entscheidet, so kann, solange nicht 
die Grenze der Weizenerzeugung erreicht ist, nicht einmal gesagt werden, 
daß ich den Weizenvorrat vermindert Hätte; denn indem ich dem zum 
Austausch bestimmten Gütervorrate Taschenmesser hinzufüge und 
weizen entnehme, habe ich Arbeitskräfte am anderen Ende einer Reihe 
von Tauschen auf die Weizenproduktion hingelenkt, gerade wie der 
Weizenbauer, indem er weizen hineintut und Taschenmesser begehrt, 
Arbeitskräfte auf die Erzeugung derselben als den leichtesten weg, um 
Weizen zu bekommen, hinlenkt. 
Und so erzeugt der Pflüger — wenn auch die Ernte, für die er die 
Erde aufreißt, noch nicht gesät ist und nach der Aussaat noch Monate 
bis zur Reife braucht —> gleichwohl durch seine Arbeit am Pfluge virtuell 
die Nahrung, die er ißt, und den Lohn, den er erhält. Denn obgleich 
das Pflügen nur ein Teil der zur Erzielung einer Ernte notwendigen 
Verrichtungen ist, es ist ein Teil und ein ebenso notwendiger Teil, wie 
das Ernten. Die Ausführung desselben ist ein Schritt zur Beschaffung 
einer Ernte, welcher durch diö von ihm bewirkte Sicherung der künftigen 
Ernte, aus dem beständig gehaltenen Vorräte den Unterhalt und Lohn 
des Pflügers frei macht. Dies ist nicht bloß theoretisch, sondern praktisch 
und buchstäblich so. Angenommen, es würde zur gehörigen Zeit nicht 
gepflügt, würden sich nicht die Anzeichen des Mangels sofort kund 
geben, ohne bis zur Erntezeit zu warten? würde sich nicht die Wirkung 
im Kontor, in der Maschinenwerkstatt und in der Fabrik sofort fühlbar 
machen? würden nicht webstuhl und Spindel bald ebenso still stehen 
wie der Pflug? Daß es so sein würde, sehen wir an der Wirkung, die 
sofort nach einer schlechten Ernte eintritt. Und wenn dem so ist, pro 
duziert nicht der Mann, der pflügt, seinen Lebensunterhalt und seinen 
Loh ngeradeso gut, als ob seine Arbeit an dem Tage oder in der Woche 
faktisch die Dinge ergäbe, für welche seine Arbeit ausgetauscht wird? 
wo Arbeiter Beschäftigung suchen, wird der Besitzer eines Gutes,
	        
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