Full text : Wirtschaft als Leben

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,Die  Grenzen  der  Geschichte“,

Hergang  seiner  Interpretation,  wie  er  schon  früher  skizziert  wurde,
ändert  sich  damit  absolut  nichts.  Der  Geologe  muß  sich,  nach  wie
vor,  auf  jenes  mögliche  System  kausaler  Verkettungen  besinnen,  das
bei  der  fraglichen  Umwandlung  ausmünden  könnte.  Diese  Umwandlung ­
  ist  dann  jenes  „Vorliegende“,  dem  er  das  „Vorgegangene“  gleichsam ­
  unterbauen  muß.  Der  Geologe  erfaßt  also  das  Geschehen
sozusagen  stets  nur  bei  einem  Ende.  Auch  wenn  er  das  System
kausaler  Verkettungen  so  zu  entfalten  weiß,  den  Verwitterungsprozeß
derart  in  viele  Einzelprozesse  zerlegt,  daß  er  das  Geschehen  dann  nach
vielen  Abschnitten  kleinerer  Spannweite  zu  erfassen  vermag,  auch  dann
ändert  sich  nichts.  Es  wiederholt  sich  dann  für  jeden  dieser  Abschnitte, ­
  daß  man  das  Geschehen  doch  nur  bei  einem  Ende  erfaßt.
Von  welchem  Geiste  diese  Erfassung  getragen  wird,  wie  hier  stets  nur
der  Analogieschluß  vom  Geschehenden  auf  das  Geschehene  waltet,  soll
gleich  unten  erhellen.  So  viel  ist  sicher,  daß  der  Geologe  darauf  angewiesen ­
  bleibt,  von  dem  Vorliegenden  aus,  im  Sinne  der  Abfolge
A—B,  das  Geschehen  frei  zu  gestalten,  ohne  daß  sein  Denken
hierbei  noch  einen  weiteren  Anhalt  fände.  Die  Gestaltung  in  dem
einen  Abschnitt  findet  nicht  den  mindesten  Rückhalt  an  den  übrigen
Abschnitten,  geht  also  unter  voller  Verantwortung  für  die  Gültigkeit
des  Ganzen  vor  sich.  Ein  Fehlschluß  in  irgendeinem  Abschnitt  macht
die  ganze  Interpretation  hinfällig.  Wenn  also  die  Interpretation  noch
so  sorgsam,  noch  so  einwandsfrei  erfolgt,  in  ihrem  Ergebnis  noch  so
überzeugend  und  für  den  augenblicklichen  Stand  der  kausalen  Forschung
unerschütterlich  ist,  jenes  prinzipielle  Verhältnis  bleibt  bestehen,  wonach
die  Metahistorie  ein  Geschehen  nur  so  erfaßt,  daß  sie  es  auf  das
Zeugnis  einer  einzigen  Instanz  hin  gestaltet,  wie  immer
sich  auch  das  Problem  dieser  Gestaltung  verengt  und  erleichtert.
Das  ist  der  Grund,  weshalb  ich  stets  den  Ausdruck  vermeide,  daß
die  Metahistorie  ein  Geschehen  „erschließe“.  Mit  vollem  Recht  aber
darf  man  diesen  Ausdruck  auf  die  Art  anwenden,  in  der  von  der
Historie  das  ihr  spezifische  Geschehen  erfaßt  wird.  Das  geschieht
eben  tatsächlich  auf  das  Zeugnis  einer  Mehrheit  von  Instanzen  hin,
und  alle  diese  Zeugnisse  stützen  und  ergänzen  sich  untereinander. ­
  Erinnern  wir  uns  an  den  Ansatz  der  historischen  Interpretation ­
  in  unserem  Beispiele:  Eine  Reihe  abstrakt,  als  Formveränderung ­
  erfaßbarer  Geschehen,  die  Vorgänge  des  Ebnens,  Einritzens  usw.
Ihnen  gegenüber  jene  vernünftige  Erwägung,  die  uns  durch  unsere
Lebenserfahrung  geläufig,  durch  die  logischen  Denkgesetze  in  ihrer
Gültigkeit  verbürgt  ist.  Und  nun  die  Einsicht,  daß  jene  Vorgänge
sowohl  einzeln,  jeder  gemäß  seiner  Natur,  als  auch  ihrer  konstatier ­
            
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