Full text : Wirtschaft als Leben

Anhang,  XXII.

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ihm  zumuten,  daß  er  in  jenem  Geiste  Naturwissenschaft ­
  zu  Geschichte  wandelt.  Doch  ich  greife  hier  der
Schlußfolge  vor  und  tue  es  nur,  um  den  Anschluß  an  die  tiefsinnige
Bemerkung  Sigwarts  zu  finden,  daß  man  der  „Entwicklung“  zumutet, ­
  Schlüssel  zu  allen  Rätseln  zu  sein.

XXII.
Es  ergab  sich  also,  daß  die  Schichtung  der  räumlichen  Dinge,
ihr  zeithaftes  Ordnen,  keineswegs  einen  um  so  gültigeren
Aufschluß  über  die  Vergangenheit  gewährt,  je  gültiger
sie  selber  vorgenommen  wird.  Denn  um  die  metahistorische
Erkenntnis  richtig  aufzufassen,  muß  man  sie  als  ein  zeithaftes  Ordnen
der  Dinge,  als  einen  Ausbau  der  naturwissenschaftlichen  Systematik
gerade  deshalb  auffassen,  weil  diese  Erkenntnis  nach  ihrer  Relation
zur  Vergangenheit  im  wesentlichsten  Sinne  weder  wahr  noch  falsch
ist.  Bei  aller  Sorgfalt  der  Forschung,  bei  aller  Gunst  der  Schlüsse
kann  die  Metahistorie  doch  nie  etwas  anderes  erzielen  als  eine  immer
größere  innere  Wahrheit  ihres  Systems.  Der  Vergangenheit  gegenüber ­
  ist  sie  im  Vergleich  zur  Historie  ohnmächtig.  Mit  dem
Systeme  der  „Epochen“  und  „Stammbäume“  liegt  also
keineswegs  ein  Gerippe  vor,  an  das  sich  das  interpolierte ­
  Geschehen  so  anlehnen  könnte,  um  wenigstens
in  diesem  bedingten  Sinne  ein  Gegenwert  historischen
Geschehens  zu  sein.  Damit  ist  aber  der  gute  Glaube  an  die
landläufige  „Lösung“  unseres  Problems  aus  seiner  letzten  Position
herausgedrängt:  Zwischen  den  Lebensäußerungen  des  auftauchenden ­
  „Werkzeugtieres“  und  dem  historischen  Geschehen ­
  besteht  überhaupt  keine  wie  immer  geartete
Beziehung.  Aber  gerade  dieser  Gedanke,  daß  historische  und  metahistorische ­
  Forschung  beziehungslos  nebeneinander  hergehen, ­
  ist  ein  viel  zu  spröder,  um  nicht  der  Unterstützung  durch
einige  klärende  Erwägungen  zu  bedürfen,  ehe  man  den  Schlußstrich  zieht.
Greifen  wir  zunächst  den  Fall  irgendeiner  Versteinerung  auf,
die  aus  einer  tiefliegenden  Schicht  ausgegraben  wird.  Es  ist  gewiß
kein  Zweifel  möglich,  daß  dieses  räumliche  Ding  alt  ist;  das  Lebewesen ­
  mußte  ja  versteinern  und  seine  Gesteinsumgebung  zur  tiefen
Schicht  werden.  Die  Vorstellung  seines  hohen  Alters  mag  sich  durch
die  Einsicht  akzentuieren,  daß  es  paläontologisch  keiner  der  Gattungen
von  Lebewesen  zugehört,  die  um  uns  existieren.  Soweit  ist  die  Aus ­
            
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