Full text : Wirtschaft als Leben

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Zur  sozialwissenschaftlichen  Begriffsbildung“,

Rechnung  tragen.  Das  geographische  Denken  kann  eben  nur  dann
einheitlich  von  der  Absicht  einer  terminalen  Reihenbildung  beherrscht
sein,  sobald  die  Formung  der  Einheiten  dieser  Reihe,  also  der
„Länder“,  als  das  Primäre  möglich  ist,  gegenüber  der
Formung  aller  übrigen  Einheiten.  Dies  ist  wieder  erkenntnistheoretisch
gemeint,  ohne  jeden  Bezug  auf  den  tatsächlichen  Hergang  der
Forschung.  Jene  primär  geformten  Einheiten  hätten  dann  die
Gesamtheit  der  übrigen  zu  tragen;  d.  h.,  die  Beziehung  auf  die
primären  Einheiten  wäre  dann  das  Mitformende  für  alle  übrigen.
So  wäre  also  die  fundamentale  Beziehung  auf  die  Determination  nur
für  die  „Länder“  unmittelbar,  für  alle  übrigen  geographischen
Individuen  aber  bloß  mittelbar  von  formender  Bedeutung;  eben
nur  soweit,  wie  dies  vorher  für  die  „Länder“  gegolten  hätte,  die  hier
als  formende  Zwischeninstanz  dienen.
In  der  Tat,  auch  diese  primären  Einheiten,  die  „Länder“  und
„Landschaften“,  können  unmöglich  etwas  „Naturgegebenes“  sein.  Nur
die  Forderung,  daß  die  Formung  aller  Willkür  entrückt  sei,
bringt  uns  gelegentlich  zu  dem  Ausdruck,  die  terminale  Reihenbildung
als  die  „natürliche“  Gliederung  des  Erdrundes  auszusagen.  Nun
ist  aber  die  Willkür  dieser  Formung  durch  gar  nichts  anderes  ausgeschaltet, ­
  als  eben  durch  die  Beziehung  auf  die  Determination ­
  jenes  spezifischen  Geschehens.
Aller  weiteren  Analyse  des  Sachverhaltes  eilt  hier  nun  eine
Ansicht  voraus,  die  sich  beinahe  als  Selbstverständlichkeit  einstellt:
Die  Einheiten  der  terminalen  Reihe,  die  „Länder“,  können  nur  raumhafte ­
  Gestaltungen  vom  spezifischen  Sinne  eines  „Kulturschauplatzes“ ­
  oder  eines  „Völkerwohnsitzes“  sein;  die  „Landschaften“ ­
  aber  wären  dann  einfach  die  organischen  Abstufungen  dazu,
als  Teilsysteme  der  so  erfaßlichen  „Länder“.
Auch  hier  stellen  Dominanten,  zuletzt  also  „Werte“,  die  äußersten
Pole  der  formenden  Beziehung  dar.  Nur  bleibt  es  hier  im  Prinzipe
verhütet,  daß  sich  diese  Dominanten  mit  solchen  vermischen,  die
zufälligen  Stellungnahmen  unterliegen.  Das  Einheitliche,
Synthetische  der  determinativen  Würdigung  ist  hier  prinzipiell
verbürgt.  Denn  es  handelt  sich  überhaupt  nicht  mehr  schlechthin  um
die  Determination  jenes  spezifischen  Geschehens.  Vielmehr  kommt
nur  die  Determination  der  Art  und  Weise  in  Frage,  wie
sich  die  Totalität  jenes  Geschehens  in  sich  zu  Einheiten ­
  aus  gleicht  —„sozialisiert“!  Wie  dies  des  näheren  möglich
ist,  welcher  Sinn  dem  innewohnt,  das  kann  allein  die  Untersuchung
jenes  spezifischen  Geschehens  lehren.
            
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