Object : Der Weltverkehr und seine Mittel

715

Marine-Artillerie:  Verschluß  der  Geschütze.

Der  Verschluß  des  Hinterladerohres  hat  die  Aufgabe,  die  Bohrung  des  Geschützes
nach  dem  Einbringen  der  Ladung  abzuschließen;  derselbe  muß  daher  einen  vollkommen
gasdichten  Abschluß  herstellen  und  derart  zuverlässig  und  solide  eingepaßt  werden,  daß
er  den  hohen  Gasdruck  aushalten  kann  und  sicher  mit  dem  Verschlußstück  verkuppelt  ist.
Der  gasdichte  Abschluß  wird  mit  Hilfe  von  Liderungen  erreicht,  welche  durch  den  Druck
der  Pulvergase  zur  Wirkung  kommen,  da  ein  Aufeinanderschleifen  von  Metall  auf  Metall,
sowie  ein  mechanisches  Anpressen  des  Verschlußstückes  an  den  Seelenboden  allein  bei
den  hohen  Gasspannungen  nicht  genügt.  Am  verbreitetsten  ist  die  Liderung  von
de  Bange  in  Verbindung  mit  dem  Schraubenverschluß,  sowie  der  Broadwell-Ring  für
den  Kruppschen  Rundkeilverschluß.
Die  Verschlüsse  der  Hinterladegeschütze  gliedern  sich  nun  in  der  Hauptsache  in  Keilund
  Schraubenverschlüsse.
Die  Kolbenverschlüsse
mit  Preßspanliderung,
sowie  die  Doppelkeilverschlüsse ­
  mit  Kupferliderung ­
  sind  veraltet.
Der  von  Krupp
eingeführte  und  zur  Zeit
noch  für  alle  Kaliber
gebräuchliche  Rnndkeilverschluß
  in  Verbindung
mit  dem  Broadwell-Ring
hat  sich  tadellos  bewährt. ­

Der  Schraubenverschluß ­
  besteht  in  der
Hauptsache  aus  einer
Verschlußschraube,  deren
Schraubeugewinde  an
drei  Stellen  auf  J /, ;  des
Umfanges  gleichmäßig
verteilt,  bis  auf  den  Kern
weggeschnitten  ist,  während ­
  das  in  das  hintere
Ende  der  Bohrung  eingeschnittene ­
  Muttergewinde ­
  in  gleicher  Weise  784.  Automatischer  Verschluß  uon  Court  sür  Kchuellseurrkanonrn.
durch  glatte  Einschnitte  Nach  „Engineering",
unterbrochen  ist,  derart,
daß  die  Lücken  in  dem  Gewinde  der  Verschlußschraube  beim  Ein-  und  Ausbringen
derselben  in  die  stehen  gebliebenen  Gewindegänge  des  Rohres  passen.  Zum  Schließen
und  Öffnen  des  Verschlusses  genügt  daher  nur  eine  Drehung  der  Verschlußschraube
um  60°.  Die  größere  Verschlußschraube  wurde  anfänglich  durch  eine  Konsole  aufgenommen ­
  und  mit  derselben  zur  Seite  gedreht,  später  wählte  man  eine  Verschlußthür,
welche  durch  einen  Riegel  eine  besondere  Sicherung  erhielt.
Armstrong  hat  eine  Verschlußschraube  von  hinten  cylindrischer,  vorn  stark  konischer
Gestalt  eingeführt,  welche  auf  dem  Cylinder  und  dem  Konus  mit  je  einem  besonderen
Gewinde  versehen  ist,  die  gegeneinander  versetzt  sind.  Hierdurch  kommt  einesteils  ein
größerer  Teil  des  Rohrquerschnitts  in  Eingriff  mit  dem  Verschluß,  anderseits  wird
die  Spannung  auf  den  ganzen  Umfang  der  Verschlußschraube  verteilt.  Die  Handhabung ­
  erfolgt  allein  durch  Drehung  eines  Hebels,  welcher  auf  einem  vertikalen
Zapfen  an  der  Thür  gelagert  ist.  Bei  der  ersten  Drehung  um  90°  wird  mittels  einer
Lenkstange  und  eines  Gleitstückes  die  Verschlußschraube  um  60°  gedreht  und  gelöst,

90*
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.