Full text : Die Kaufkraft des Geldes

Indirekte  Einwirkungen.

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mäßig  hoch  sind  —,  so  wird  die  verhältnismäßige  Billigkeit  der  Goldgegenstände ­
  zu  einer  Steigerung  ihrer  Anwendung  und  ihres  Verbrauches  führen.
Wenn  wir  diesen  Vorgang  in  Geldpreisen  ausdrücken,  so  werden  mehr
goldene  Uhren  und  Wertsachen  gekauft  und  verbraucht  werden,  wenn  die
Preise  aller  sonstigen  Objekte  höher  sind  und  das  Einkommen  der  Leute
ebenfalls  höher  ist,  während  goldene  Uhren  und  Goldschmuck  im  allgemeinen ­
  ihre  früheren  Preise  beibehalten.
Dies  sind  Beispiele  des  Goldverbrauchs  in  Form  von  Waren.  Der  Verbrauch ­
  und  Abgang  von  Gold  als  Münze  erfolgt  durch  Abnützung,  durch  Verlust ­
  bei  Schiffbruch  und  anderen  Unglücksfällen.  Er  wechselt  mit  den  Veränderungen ­
  des  in  Gebrauch  befindlichen  Goldquantums  und  mit  dessen
Austauschschnelligkeit.  Die  Abflüsse  aus  diesem  Reservoir  repräsentieren
den  Verbrauch  der  Goldmünzen  durch  Verlust.  Geradeso  wte  die  Produktion ­
  durch  die  Grenzkosten  des  Produzierten  reguliert  wird,  so  wird  der
Konsum  durch  den  Grenznutzen  des  Konsumierten  reguliert.  Es  ist  hier  nicht
der  Ort  auf  eine  Erörterung  der  wesentlichen  Symmetrie  zwischen  diesen
beiden  Grenzgrößen  einzugehen,  einer  Symmetrie,  die  oft  übersehen  wird,  weil
die  Kosten  gewöhnlich  objektiv  und  der  Nutzen  subjektiv  bemessen
werden.  Sie  können  beide  auf  die  eine  oder  die  andere  Weise  bemessen
werden.  Die  subjektive  Methode  ist  die  grundlegendere,  sie  entfernt  uns
aber  von  unserer  vorliegenden  Erörterung  mehr  als  notwendig  oder  nutzbringend ­
  ist.
Wir  sehen  also,  daß  durch  ein  Fallen  des  Wertes  (der  Kaufkraft)  des
Goldes  der  Verbrauch  an  Gold  einen  Ansporn  erhält,  während  die  Produktion ­
  des  Goldes  dadurch  herabgesetzt  wird.  Die  Kaufkraft  des  Geldes,  auf
die  die  entgegengesetzten  Kräfte  von  Produktion  und  Konsum  auf  diese
Weise  einwirken,  wird  je  nach  den  Umständen,  nach  aufwärts  oder  nach  abwärts ­
  getrieben 1 ).

J )  Die  hier  dargelegte  Theorie,  daß  der  Wert  des  Barrengoldes  und  die  Produktionskosten ­
  des  Goldes  vermittelst  der  Quantität  des  Geldes  die  Preise  beeinflussen,  ist  von
Nationalökonomen  im  allgemeinen  vertreten  worden.  Eine  abweichende  Ansicht  hierüber
hat  Laughlin.  Er  sagt:  „Die  Geldmenge,  die  als  tatsächliches  Austauschmittel  dient
bestimmt  den  Preis  nicht  mehr,  als  der  Eintrag  von  Kaufurkunden  und  Zessionen  in  das
Kreisgrundbuch  die  Preise  der  Ländereien  bestimmt,  deren  Verkauf  in  den  erwähnten  Urkunden ­
  verzeichnet  wird.“  Und  weiter:  „Der  Preis  ist  ein  Austauschverhältnis  zwischen
Gütern  und  dem  Währungsgute,  mag  dieses  Währungsgut  als  Tauschmittel  gebraucht
werden  oder  nicht.“  Siehe  The  Principles  of  Money,  New  York  (Scribner),  1903,  S.  317
und  318.

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