Einwirkung der Geldsysteme auf die Kaufkraft. 97
seitigen Annäherung bei der Erörterung des nachstehenden zweiten Falles
zurück.
§3.
Soviel von dem ersten Fall, in welchem x größer ist als der Inhalt des
Goldreservoirs unter mm. Im zweiten Falle wird angenommen, daß x
kleiner ist als der Inhalt des Goldreservoirs unter der Linie mm; d. h. es
ist nicht genügend Silber vorhanden, um das ganze Gold aus der Zirkulation
zu drängen. Unter diesen Umständen wird, wenn wir für den Augenblick
iede Änderung in der Produktion und Konsumtion außer acht lassen, das
Öffnen der Leitung — die Zulassung des Silbers zu den Münzstätten —
das ganze Flüssigkeitssystem auf das gemeinsame Niveau mm bringen. Mit
anderen Worten: Die Prämie auf Barrengold verschwindet (Figur 7b), und
dessen Kaufkraft sowie die Kaufkraft des Barrensilbers bilden die Mitte
zwischen der ursprünglichen Kaufkraft der beiden Metalle, und diese Mitte
ist der Abstand der mittleren Linie mm unter oo. Noch anders ausgedrückt:
Der Bimetallismus hat in diesem Falle Erfolg, d. h. er wird eine Zeitlang
zum gleichen Stande von Gold- und Silberdollar im Geldreservoir führen
und ihn aufrechterhalten.
Das soeben gefundene Gleichgewicht bedeutet aber lediglich einen Aus
gleich der Niveaus, der durch eine Neuverteilung der in den verschiedenen
Reservoirs vorhandenen Gold- und Silbervorräte hervorgerufen wurde.
Es wird gestört, sobald die geringste Störung in diesen Vorräten eintritt.
Ein permanentes Gleichgewicht verlangt, daß die Vorräte die nämlichen
bleiben, — mit anderen Worten: Es verlangt für jedes Metall eine Gleichheit
von Produktion und Konsumtion. Es ist klar, daß weder die Produktion und
die Konsumtion des Goldes noch die Produktion und Konsumtion des
Silbers einander gleich zu sein brauchen, nachdem das Silber vom Reservoir
des Barrensilbers in das Geldreservoir eingeströmt ist. Genau wie in dem
im vorigen Abschnitt behandelten Fall wird dann derselbe Antrieb zur Silber
produktion und dieselbe Entmutigung der Goldproduktion zutage treten.
Hieraus kann sich ergeben, daß das Gold vom Silber gänzlich verdrängt wird,
oder auch, daß es dem Silber nicht gelingt, dies zu bewirken.
Es gibt also zwei Möglichkeiten. Die eine, daß das Gold vollständig
verdrängt werden kann, liegt auf der Hand; es wird hierbei das gleiche
Resultat erzielt wie das bereits im unteren Teil der Figur 6 dargestellte.
Die zweite Möglichkeit ist, daß das Gold nicht verdrängt wird.
Die Existenz dieser zweiten Möglichkeit wird klar und deutlich, wenn
wir erst versuchen, sie zu leugnen. Nehmen wir also an, daß sich der Film /
Fisher, Kaufkraft des Geldes.