Full text : Die Kaufkraft des Geldes

Statistischer  Nachweis.  Allgemeiner  historischer  Rückblick.

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begann  seine  Entwertung  (1755),  und  schließlich  bekannte  selbst  der  Kongreß, ­
  daß  dieses  Geld  auf  Vm  ( ' es  Nominalwertes  zuriickgegangen  sei 1 ).
Sämtliche  Preise  standen  natürlich  fürchterlich  hoch.  Selbst  das  neue,
für  die  alten  Emissionen  zum  Satze  eines  Dollars  für  vierzig  Dollar 1  2 )  ausgegebene ­
  Tenorpapier  nahm  rasch  im  Werte  ab.  Zu  jener  Zeit  war  ein
Scheffel  Weizen  fünfundsiebzig  Dollar,  ein  Pfund  Kaffee  vier  Dollar  und  ein
Pfund  Zucker  drei  Dollar  wert 3 ).  Es  ist  interessant,  die  Beobachtung  zu
machen,  daß  in  diesem  Falle  die  Entwertung,  die  eigentlich  nur  durch  eine  zu
starke  Ausgabe  hervorgebracht  worden  war,  anscheinend  weit  darüber  hinaus ­
  verschärft  wurde  durch  Mißtrauen  gegen  das  Geld  und  durch  Weigerung,
es  im  Handelsverkehr  anzunehmen.  Vor  allen  Dingen  waren  verschiedene
Kreise  abgeneigt,  das  Geld  anzunehmen  und,  je  mehr  das  Vertrauen
schwand,  desto  mehr  stieg  die  Zahl  derer,  die  die  Annahme  des  Geldes  ablehnten. ­
  Häufig  trat  der  Tauschhandel  an  die  Stelle  des  Geldverkehrs  4 ).
Zweifellos  war  die  Entwertung  um  so  größer,  als  das  aus  den  verschiedenen ­
  Kolonien  kommende  Papiergeld  dazu  beitrug,  die  Zirkulation  zu
überschwemmen,  indem  es  mit  dem  vom  Kongreß  bewilligten  Gelde  konkurrierte ­
  und  dessen  Zirkulationssphäre  einschränkte.

§  12.
Die  Wirkungen  waren  so  unheilvoll,  daß  der  Verfassung  der  Vereinigten
Staaten  eine  Verordnung  einverleibt  wurde,  die  den  Staaten  die  Ausgabe
von  Kreditscheinen  („bills  of  credit“)  untersagte.  Während  des  Bürgerkrieges ­
  war  aber  wiederum  die  Versuchung  groß,  zur  Gewinnung  von  Zahlungsmitteln ­
  zu  dieser  leichten  Methode  Zuflucht  zu  nehmen,  und  die  Bundesregierung ­
  selbst  gab  Noten  der  Vereinigten  Staaten,  die  sogenannten  „Green  -
backs“,  aus.  Die  Barzahlungen  waren  von  den  Banken  bereits  eingestellt
worden,  und  für  Gold  wurde  ein  kleines  Agio  in  Banknoten  gezahlt 5  *  * ).
Während  des  Krieges  wurden  von  Zeit  zu  Zeit  solche  „Greenbacks“
ausgegeben,  die,  jemehr  ihre  Umlaufsmenge  zunahm  und  je  nachdem  ein
Erfolg  oder  ein  Mißerfolg  der  Unionsarmeen  auf  das  Vertrauen  zu  dem

1 )  Siehe  Albert  S.  Bolles,  Financial  History  of  tlie  United  States,  I.  Bd.,  von  1774
bis  1789,  New  York  (Appleton),  1879,  S.  135.
2 )  Ebenda,  S.  137  und  138.
3 )  Ebenda,  S.  141.
*)  Ebenda,  IX.  Kap.
6 )  Davis  Rieh  Dewey,  Financial  Eistory  of  the  United  States,  New  York  (Lonemansl
3-  Aufl.,  §  29.  8  ’
Fisher,  Kaufkraft  des  Geldes.

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