Full text : Die Kaufkraft des Geldes

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XI.  Kapitel.

Wir  haben  die  in  letzter  Zeit  andauernde  Zunahme  der  Goldproduktion ­
  beobachtet  und  Gründe  gefunden,  die  zu  prophezeien  gestatten,
daß  die  Goldproduktion  in  Zukunft  andauern  und  wahrscheinlich  noch
einige  Zeit  die  Fortdauer  des  gegenwärtigen  Steigens  der  Preise  zur  Folge
haben  wird.
Ferner  haben  wir  einige  der  hauptsächlichsten  Beispiele  einer  übermäßigen ­
  Ausgabe  von  Papiergeld  beschrieben  und  bewiesen,  daß  die  Angaben ­
  über  den  Umlauf  und  die  Preisveränderungen  die  in  vorigen
Kapiteln  dargelegten  Prinzipien  in  allgemeiner  Weise  rechtfertigen.  Die
Erfahrungen,  die  Frankreich  während  der  französischen  Revolution,  England ­
  während  der  Kapoleonisehen  Kriege,  Österreich,  die  amerikanischen
Kolonien,  die  Vereinigten  Staaten  und  die  konföderierten  Staaten  mit  Papiergeld ­
  gemacht  haben,  sind  einer  kurzen  Betrachtung  unterzogen  worden.
Wir  haben  bemerkt,  daß  in  diesen  wie  auch  in  anderen  Fällen  die  Preise  von
der  Geldquantität,  der  Umlaufsgeschwindigkeit  des  Geldes  und  dem  Geschäftsvolumen ­
  abhängig  waren.  Ebenso  sahen  wir,  daß  die  scheinbaren
Ausnahmen,  die  einem  Mangel  an  Vertrauen  zum  Papiergeld  zuzuschreiben
sind,  keine  wirklichen  Ausnahmen  darstellen,  weil  sich  der  Mangel  an  Vertrauen ­
  durch  die  Größen  in  der  Verkehrsgleichung  ausdrückt.  Mißtrauen
erhöht  die  Umlaufsgeschwindigkeit  und  verringert  das  durch  das  Geld
bewältigte  Handelsvolumen.  Es  ist  ferner  bewiesen  worden,  daß  die  allgemeine ­
  Wirkung  von  Emissionen  von  uneinlösbaren  Papiergeld,  die,  ungeachtet ­
  aller  gegenteiligen  Zusicherungen,  fast  immer  in  großen  Quantitäten
erfolgen,  in  einem  Steigen  der  Preise  bestand.
Endlich  hat  unser  Studium  des  Depositenumlaufs  und  der  Krisen  eine
weitere  Illustration  ermöglicht.  Einer  typischen  Krise  vorausgehend,
ist  im  allgemeinen  die  Tendenz  einer  Zunahme  der  Depositen  und  ebenso
auch  ihrer  Umlaufsgeschwindigkeit  zu  beobachten,  während  die  Preise  das
Bestreben  einer  Steigerung  zeigen.  Nach  der  Krise  kommt  eine  Abnahme
der  Bankdepositen  und  deren  Umlaufsgeschwindigkeit,  eine  Zunahme  der
Bankreserven  mit  einer  entsprechenden  Tendenz,  das  in  Umlauf  befindliche
Geld  zu  vermindern,  sowie  ein  Fallen  der  Preise  zum  Vorschein.  In  den
Jahren  der  Hauptkrisen  fanden  diese  Vorgänge  gleichzeitig  in  verschiedenen
Ländern  statt.
            
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