Full text: Die Kaufkraft des Geldes

Statistiken der letzten Jahre. 
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wie er in der Beweisführung abstrakter mathematischer Behauptungen zur 
Anwendung kommt, aber in dem gleichen Sinne, wie es der Beweis für das 
Boylesche Gesetz ist. So ist durch Induktion bekannt, daß der Druck 
eines eingeschlossenen Gases durch das Bombardement der umgebenden 
Wände durch seine Moleküle veranlaßt wird. Ebenso ist durch Induktion 
bekannt, daß der Druck im Verhältnis zur Häufigkeit des Anpralles stehen 
muß, vorausgesetzt, daß die Geschwindigkeit der Moleküle eine beständige 
ist. Und schließlich ist bekannt, daß die Frequenz des Anstoßes mit der 
Anzahl der Moleküle, d. h. mit der Dichtigkeit des Gases im Verhältnis 
stehen muß und daß Beständigkeit in der Geschwindigkeit Beständigkeit 
in der Temperatur bedeutet. Es folgt daraus, daß bei konstanter Tem 
peratur der Druck im Verhältnis zur Dichtigkeit steht. Aus der induktiv 
gewonnenen Kenntnis der individuellen Druckkräfte des aus Molekülen 
bestehenden Gases können wir also deduktiv den allgemeinen Druck eines 
Gases begründen. 
In ähnlicher Weise können wir — wie bei den Molekülen — aus der 
induktiv gewonnenen Kenntnis des individuellen Austauschs, der den Ge 
samtaustausch der menschlichen Gesellschaft zusammensetzt, deduktiv die 
allgemeine Verkehrsgleichung begründen. 
Glücklicherweise können wir genau so, wie das Boylesche Gesetz 
sowohl deduktiv als auch induktiv aufgestellt worden ist, nun erklären, daß 
die Verkehrsgleichung sowohl deduktiv, als auch induktiv hinreichend auf 
gestellt worden ist. 
Wie bereits früher bemerkt, kann die Aufstellung der Verkehrs- 
gleichung nicht die vollständige Aufstellung der Quantitätstheorie des 
Geldes bedeuten, denn die Gleichung gewährt keinerlei Aufklärung, 
welche Faktoren Ursachen und welche Wirkungen sind. Diese Frage ist 
jedoch im VIII. Kapitel beantwortet worden. 
§?• 
Wer an einen Mpnon-Beweis der Verkehrsgleichung glaubt, sollte unter 
der wahren Bedeutung der bemerkenswerten Übereinstimmung in unseren 
statistischen Resultaten nicht verstehen, daß die Gleichung durch die Zahlen, 
sondern die Zahlen durch die Gleichung bestätigt werden. Allerdings sind 
in unserer induktiven Beweisführung Verschiedenheiten aufzuweisen, doch 
liegen diese samt und sonders richtig innerhalb der Fehlergrenzen der 
Messung. Die Abweichungen beweisen, daß bei den Zahlen gering 
fügige Irrtümer unterlaufen sind, denn sonst würden sie mit dem 
IG*
	        
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