Full text: Die Kaufkraft des Geldes

Das Problem, die Kaufkraft stabiler zu gestalten. 
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nur dann zur Erläuterung und zum Nachweis von Gesetzen benützt werden, 
wenn in geeigneter Weise auf veränderte Bedingungen Rücksicht genommen 
wird. Im Studium dieser Materie, wobei wir die letzten zehn Jahrhunderte 
nur flüchtig, die letzten einundeinhalb Jahrzehnte dagegen eingehend be 
handelten, haben wir die Berücksichtigung solcher veränderter Bedingungen 
verfolgt, und überall fanden wir die Tatsachen in Übereinstimmung mit 
den früher formulierten Grundsätzen. 
Das vom praktischen Gesichtspunkte durch dieses historische und 
statistische Studium enthüllte und äußerst bedenkliche Moment besteht in 
der Unbeständigkeit und Unzuverlässigkeit der Kaufkraft des Geldes. Wir 
finden, daß diese Kaufkraft auf zweifache Weise Gegenstand großer Schwan 
kungen ist: erstens schwingt sie mit den Übergangsperioden auf und nieder, 
wodurch bestimmte Kreditzyklen entstehen, und zweitens unterhegt diese 
Kaufkraft, den in der einen oder der anderen Richtung auftretenden indu 
striellen Wechselfällen gemäß, säkularen Veränderungen. Der erstgenannte 
Übergang steht mit den Banksystemen in Verbindung, während der letztere 
überwiegend von der Zu- oder Abnahme des Geldmetalles abhängt. 
Der Abschwächung dieser beiden Übel dient eine bessere Kenntnis der 
voraussichtlichen Preisniveaus. Wie wir gesehen haben, liegen die tatsäch 
lichen Übel wechselnder Preisniveaus nicht in diesen Veränderungen an 
sich, sondern in der Tatsache, daß sie gewöhnlich unerwartet auftreten. 
Es ist gesagt worden, daß vorhergewarnt sein gleichbedeutend ist mit ge 
rüstet sein, und daß eine voraussichtliche Veränderung in den Preisniveaus 
beim Zinsfuß in einer die Übel der Veränderung neutralisierenden Weise in 
Anschlag gebracht werden kann. Wenn wir auch nicht erwarten dürfen, 
daß unsere Kenntnis der Zukunft jemals vollkommen genug sein wird, um das 
Ideal zu erreichen, jede Preisschwankung durch entsprechende Berichtigungen 
im Zinsfuß ausgleichen zu können, so bringt uns nichtsdestoweniger jede 
Bereicherung unseres Wissens diesem fernen Ideal etwas näher. Glücklicher 
weise macht diese zunehmende Kenntnis immer raschere Fortschritte. Der 
volkswirtschaftliche Horizont wird von den Herausgebern der Handels 
journale heutzutage ebenso genau untersucht, wie die Wetterprognosen den 
naturwissenschaftlichen Horizont aufhellen, und jedes Anzeichen eines 
Wechsels im Wetter der Volkswirtschaft wird aufgezeichnet und gedeutet. 
Eine gewisse Firma hat während der letzten Jahre einen statistischen Dienst 
eingerichtet, der unter dem ausgesprochenen Zweck, Paniken vorzubeugen, 
den Bankiers, Handeltreibenden, Zwischenhändlern und Kaufleuten Ver 
zeichnisse oder „Geschäftsbarometer“ und darauf gegründete Voraussagen 
liefert. Doch ist wohl gerade in Hinsicht auf den grundlegenden Mechanismus,
	        
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