Full text: Nationale Bodenreform

Stamms Meinung in vielen Kernpunkten mit seinem 
Buche übereinstimmen (S. XRIX). Die Erlössung der 
darbenden Menschheit sei das erste Werk, das schon 1870/71 
die Hauptphasen der furchtbaren Arbeitausbeutungen, die 
aus dem Privateigentum hervorgingen, klar darlegt, und 
die geregelten Reformen zur überwindung der noch jetzt 
darauf basierten Arbeitknechtung erläutere (S. XXV). 
„Die Erlösung der darbenden Menschheit“ führe zu einer 
sittlich-wirtschaftlichen Höhe, die mit den Kenntnissen des 
Altertums und der vergangenen Jahrhunderte über- 
haupt noch nicht zu erreichen war (S. XRIR]). 
Man kann der Tätigkeit Stamms volle Anerkennung 
zollen, ohne dieser Selbsteinschätzung beipflichten zu kön- 
nen. Stamm hat die Bücher von Gossen und Lange, die 
vor seinem Buch erschienen waren, nicht erwähnt. Eben- 
sowenig die Werke von Adolph Wagner und Ad. Samter, 
die vor dem Jahre 1884 herausgekommen waren. Er hat 
sie vermutlich nicht gekannt. Von den Vorschlägen Helds, 
die sich schon im Jahre 1860 zu Eingaben an den preußi- 
schen Landtag verdichtet hatten, kann das gleiche aber 
nicht angenommen werden. Stamm ist nach Wehbergs 
Angabe im Jahre 1860 nach Deutschland zurückgekehrt. 
Er hat sich ende der 60er Jahre dem unter Leitung Helds 
stehendem Verein angeschlossen und ist dort als Redner 
aufgetreten. Er hat nach seinen eigenen Angaben erst 
seit dem Jahre 1870 Vorträge über die Verstaatlichung 
des Bodeneigentums gehalten (S. 428). Man kann des- 
halb nicht annehmen, daß ihm die Heldschen Vorschläge 
unbekannt geblieben sind. Es wäre richtig gewesen, wenn 
er in der ausführlichen Schilderung seiner Wirksamkeit 
für soziale Reformen diese Umstände nicht mit Still- 
schweigen übergangen hätte. 
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