Full text : Die Kaufkraft des Geldes

Anhang  zum  VIII.  Kapitel.

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im  Verkaufe  zur  Folge  hat,  so  daß  der  Gesamtbetrag  des  für  Zucker  aufgewandten ­
  Geldes  unverändert  bleibt.  Unter  diesen  Umständen  wird  das
für  andere  Dinge  auszugebende  Geld  weder  zunehmen  noch  abnehmen  und
die  anderen  Preise  werden  keinerlei  Veränderung  erfahren;  das  allgemeine
Preisniveau  hingegen,  mit  Einschluß  des  Zuckerpreises,  wird  etwas  sinken,
weil  das  Fallen  des  Preises  einer  Ware,  während  andere  sich  nicht  verändern,
ein  gewisses  Fallen  im  Durchschnitt  hervorrufen  muß.
Unsere  dritte  Ware  ist  Rindfleisch.  Dies  stellt  ein  sogenanntes  „Lebensbedürfnis“ ­
  dar.  Wir  nehmen  an,  daß  eine  Herabsetzung  seines  Preises
von  einer  Zunahme  in  der  Konsumtion  begleitet  ist,  die  jedoch  nicht  hinreicht, ­
  um  all  das  Geld,  das  früher  dafür  ausgegeben  wurde,  gänzlich  aufgehen ­
  zu  lassen.  Der  gesamte  Aufwand  an  Rindfleisch  wird  daher  verringert ­
  und  infolgedessen  eine  gewisse,  für  andere  Waren  auszugebende
Geldsumme  frei,  deren  Preise  somit  im  allgemeinen  etwas  in  die  Höhe  gehen
werden.  Die  Endwirkung  wird  jedoch  ein  infinitesimales  Sinken  der  allgemeinen ­
  Preise,  einschließlich  des  Rindfleischpreises  sein;  denn  insoweit,
als  auf  Grund  der  Zunahme  in  den  Verkäufen  von  Rindfleisch,  ohne  irgendwelche ­
  Erhöhung  des  Gesamtbetrages  des  verausgabten  Geldes,  eine  Zunahme
der  insgesamt  verkauften  Güter  stattfindet,  muß  ein  Fallen  der  Durchschnittspreise ­
  eintreten 1 ).
Zuletzt  das  Salz.  Dieses  wird  als  ein  „unentbehrlicher  Bedarfsartikel“
angesehen,  so  daß  eine  Herabsetzung  des  Preises  seinen  Absatz  in  keiner
Weise  beeinflussen  würde.  Die  Folge  davon  ist,  daß  das  allgemeine  Preisniveau ­
  unberührt  bleibt,  da  das  Fallen  des  Salzpreises  durch  ein  ausgleichendes ­
  Steigen  der  anderen  Preise  genau  aufgewogen  wird  und  das  Gesamthandelsvolumen ­
  keine  Veränderung  erfährt.
Wir  sehen  also,  daß  der  Grad  des  Fallens  im  Preisniveau,  das  durch
das  Sinken  eines  einzelnen  Preises  veranlaßt  wurde,  je  nach  den  Umständen
hoch,  niedrig  oder  gleich  Null  sein  kann.
Bei  diesen  vier  Beispielen  wurde  angenommen,  daß  das  Sinken  eines
Einzelpreises  in  einer  Veränderung  der  Angebotkurye  oder  Warenquantitäten-Schedul
  seinen  Ursprung  hatte.  Wenn  das  Fallen  im  Preise  einer  Ware
in  einer  Veränderung  der  Nachfrage  kurve  oder  Quantitäten-Schedul  seinen
Ursprung  hat,  so  findet  meist  ein  Steigen  in  den  anderen  Preisen  und  im
!)  Die  mathematische  Notwendigkeit  dieses  Ergebnisses  ist  aus  den  Formeln  im
Anhänge  zum  X.  Kapitel  zu  ersehen,  woselbst  die  rechte  Seite  der  Verkehrsgleichung  in
das  Produkt  zweier  Faktoren,  in  das  Handelsvolumen  (H)  und  das  Preisniveau  (P),
umgewandelt  wurde.  Wenn  deren  Produkt  gleich  bleibt,  so  muß  eine,  wenn  auch  geringe
Zunahme  des  Handelsvolumens,  eine  Herabsetzung  des  Preisniveaus  bewirken.
            
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