Full text : Die Kaufkraft des Geldes

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III.  Kapitel.

Aktiva

Passiva

Goldreserven
Versprechen

$  100,000  Schuldig  Deponent  A
$  50,000  Schuldig  Deponent  B

$  9,000
I  11,000

Schuldig  den  früheren  Deponenten ­

Schuldig  den  neuen  Deponenten,
d.  h.  den  Entleihern

$  80,000

$  50,000
$  150,000

$  150,000

In  diesem  Falle  ereignete  sich  folgendes:  es  wurde  Gold  im  Austausch
gegen  ein  Zahlungsversprechen  geliehen,  und  dieses  Zahlungsversprechen
wurde  gegen  ein  Recht,  Gold  vermittelst  Schecks  zu  erheben,  ausgewechselt.
Das  Gold  hat  sich  also  tatsächlich  nicht  gerührt;  die  Bank  empfing  jedoch
ein  Zahlungsversprechen  und  der  Deponent  die  Befugnis,  auf  sie  zu  ziehen.
Offenbar  würde  auch  dasselbe  Resultat  herbeigeführt  worden  sein,  wenn  jeder
Entlehner  einfach  sein  Zahlungsversprechen  übergeben  und  dagegen  ein  Recht,
zu  ziehen,  empfangen  hätte.  Da  dieses  Verfahren  Anfänger  im  Bankstudium
sehr  oft  verwirrt,  wiederholen  wir  die  Tabellen,  welche  die  Sachlage  vor  und
nach  diesen  „Darlehen“  repräsentieren,  d.  h.  diesen  Austausch  von  Zahlungsversprechen ­
  gegen  gegenwärtige  Rechte,  zu  ziehen 1 ).

Vor  den  Darleihungen

Aktiva

Passiva

Gold-Reserven

$  100,000  Schuld  an  Deponenten  $  100,000

Nach  den  Darleihungen
..  $  100,000  Schuld  an  Deponenten  $  150,000
..  $  50,000

Gold-Reserven
Versprechen  .

Es  ist  also  klar,  daß  die  Vermittlung  des  Geldes  in  diesem  Falle  eine
unnötige  Komplizierung  bedeuten  würde,  obwohl  sie  zu  einem  theoretischen
Verständnis  der  resultierenden  Verschiebung  von  Rechten  und  Verbindlichkeiten ­
  beiträgt.  Eine  Bank  kann  also  Depositen  in  Gold  oder  Depositen
in  notalen  Zahlungsversprechen  empfangen.  Im  Austausch  gegen  die
Zahlungsversprechen  kann  sie  entweder  das  Recht,  auf  sie  zu  ziehen,  oder

1 )  In  letzter  Analyse  und  abgesehen  von  ihrer  Aufgabe  der  Sicherung  des  Kredits
ist  eine  Bank  tatsächlich  eine  Vermittlerin  zwischen  Entlehnem  und  Darleihern.  Infolge
davon,  daß  sie  Entlehner  und  die  letzten  Darleiher  zusammenbringt  und  den  ersteren

Darlehensgelder  verschafft,  welche  sonst  gar  nicht  existieren  würden,  hat  das  Bankwesen
gleichzeitig  die  Tendenz,  den  Zinsfuß  zu  erniedrigen  und  den  Vorrat  an  Kreditumlaufsmittein
  zu  erhöhen.  Vgl.  die  Abhandlung  von  Harry  G.  Brown  im  Quarterly  Journal  of
Economics,  August  1910,  über  ,,Commercial  Banking  and  the  Rate  of  Interest“.
            
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