Full text : Die Kaufkraft des Geldes

Vorwort  zur  deutschen  Ausgabe,

D ieses  Buch  will  die  Grundsätze  darlegen,  die  die  Kaufkraft  des  Geldes
bestimmen,  und  diese  Grundsätze  dem  Studium  der  geschichtlichen
Veränderungen  dieser  Kaufkraft  nutzbar  machen.  Dabei  soll  insbesondere
die  in  neuerer  Zeit  fühlbar  gewordene  Steigerung  der  „Lebenskosten“,
die  in  allen  Ländern  der  Welt  so  lebhaft  erörtert  wird,  Berücksichtigung
finden.
Wenn  die  hier  vertretenen  Grundsätze  richtig  sind,  so  hängt  die  Kaufkraft ­
  des  Geldes  —  oder  ihr  Gegenstück,  das  Preisniveau  —  ausschließlich
von  fünf  bestimmten  Faktoren  ab:  1.  von  der  in  Umlauf  befindlichen  Geldmenge; ­
  2.  von  ihrer  Umlaufsgeschwindigkeit;  3.  von  dem  Volumen  der  dem
Scheckverkehr  unterworfenen  Bankdepositen;  4.  von  deren  Verkehrsgeschwindigkeit ­
  und  5.  von  der  Menge  der  Umsätze,  dem  Handelsvolumen.
Jede  dieser  fünf  Größen  ist  scharf  abgegrenzt,  und  ihre  Beziehung  zur  Kaufkraft ­
  des  Geldes  wird  durch  die  „Verkehrsgleichung“  erschöpfend  ausgedrückt. ­
  Meiner  Meinung  nach  sollte  und  wird  das  Gebiet  der  Nationalökonomie, ­
  das  von  diesen  fünf  Regulatoren  der  Kaufkraft  handelt,  als  exakte
Doktrin  anerkannt  werden,  die  genauer  Formulierung,  Beweisführung  und
statistischer  Kontrolle  unterliegt.
Im  Grunde  genommen  bestehen  die  wesentlichsten  Thesen  dieses  Buches
lediglich  in  einer  neuen  und  erweiterten  Darstellung  der  alten  „Quantitätstheorie“ ­
  des  Geldes.  Diese  kann,  wenn  ihre  übliche  Formulierung  gewissen
Korrekturen  unterworfen  wird,  noch  immer  als  grundsätzlich  richtig  betrachtet ­
  werden.  Es  ist  wohl  mehr  eine  vorurteilsfreie  Nachprüfung  und
Revision  dieser  ehrwürdigen  Theorie,  nicht  aber  ihre  Verwerfung,  die  seit
langem  als  Bedürfnis  empfunden  werden.
Die  umfangreiche  Literatur  über  das  Geldwesen  bietet  jedoch  nur  sehr
weniges,  was  einer  theoretisch  oder  statistisch  genauen  Formulierung  und
strengen  Beweisführung  nahekommt.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.