Full text : Die Kaufkraft des Geldes

Indirekte  Einflüsse  auf  die  Kaufkraft.

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einem  Steigen  des  Preisniveaus x ).  Außerdem  kann  ein  Gemeinwesen  bis
zu  einem  gewissen  Grade  den  relativen  Mangel  an  Geld  in  einer
Zeit  guten  Geschäftsganges  mit  dem  relativen  Überschuß  einer  Zeitperiode ­
  decken,  in  der  weniger  Ansprüche  an  ihr  Geldangebot  gestellt ­
  werden.  Denn  sonst  wäre  zur  Aufrechterhaltung  des  allgemeinen
Preisniveaus  bei  einem  guten  Geschäftsgänge  bedeutend  mehr  Geld
erforderlich.  Und  dieses  Geld  läge  während  der  Jahreszeiten,  in  denen
das  Geschäft  flau  ist,  nutzlos,  es  sei  denn,  daß  es  die  Form  eines
elastischen  Umlaufsmittels  annähme,  das  eingelöst  und  eingezogen
werden  kann.
Kurz,  durch  Buchkredit  wird  Geld  (G)  gespart,  auch  wenn  durch  ihn
keine  Ersparnis  an  Geldzahlungen  (A)  eintritt,  und  daher  erhöht  der
Buchkredit  auch  die  Umlaufsgeschwindigkeit  des  Geldes  (A/G).
1  c.  Die  gewohnheitsmäßige  Bevorzugung  von  Schecks  gegenüber
Bargeld  wirkt  gleichfalls  auf  die  Umlaufsgeschwindigkeit  ein,  da  der  Deponent
entbehrliches  Geld  sofort  in  der  Bank,  gegen  das  Recht,  mittelst  Schecks
Geld  zu  erheben,  niederlegt.
Die  Banken  bieten  auf  diese  Weise  einen  Abfluß  für  alles  überflüssige
Taschen-  und  Kleingeld  und  verhüten  dadurch  das  Vorhandensein  unproduktiver ­
  Geldhorte.  Auf  die  gleiche  Art  kann  ein  Überschuß  an  Depositen
in  Bargeld  umgewandelt  werden,  d.  b.  er  kann  auf  Verlangen  in  bar  ausgezahlt ­
  werden.  Kurz,  diejenigen,  welche  sowohl  von  Bargeld,  als  auch
von  Depositen  Gebrauch  machen,  haben  Gelegenheit,  durch  Anpassung
beider  Umlaufsmittel  an  den  jeweiligen  Bedarf  ein  Müßigliegen  des  einen
oder  des  anderen  zu  verhüten.
Wir  sehen  also,  daß  drei  Gewohnheiten  —  Verschwendung,  „Kontobelastung“
  und  Benützung  von  Schecks  —  durch  ihre  Einwirkungen  auf
die  Umlaufsgeschwindigkeit  des  Geldes  oder  der  Depositen  zu  einer  Erhöhung ­
  des  Preisniveaus  beitragen.  Es  ist  anzunehmen,  daß  diese  Gewohnheiten ­
  (wahrscheinlich  mit  Ausnahme  der  erstgenannten)  in  neuerer
Zeit  rasch  zugenommen  haben.
§  4.
2  a.  Je  öfter  Geld  oder  Schecks  empfangen  und  verausgabt  werden,
desto  kürzer  ist  der  Durchschnittsintervall  zwischen  Empfang  und  Verl

 )  Diese  indirekte  Einwirkung  auf  das  Preisniveau  darf  nicht  mit  der  direkten  Wirkung, ­
  die  zuweilen  angenommen  wird,  verwechselt  werden.  Siehe  §  1  des  Anhanges  z
diesem  Kapitel  (V).

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