Full text : Die hygienischen Verhältnisse der Insel Formosa

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3.  Über  den  Ausbruch  der  Malariaepidemien.
Wenn  in  einer  Gegend,  wo  Anophelen  in  genügender  Menge  vorhanden ­
  sind,  zahlreiche  Neuankömmlinge,  z.  B.  Arbeiter  oder  Einwanderer, ­
  zusammenströmen,  bricht  regelmäßig  eine  mehr  oder
minder  starke  Epidemie  aus.  So  ist  das  Fehlschlagen  der  in  der
chinesischen  Zeit  oft  versuchten  Ansiedlung  großenteils  der  Malaria
zuzuschreiben.  Als  das  beste  Beispiel  für  die  Entstehung  einer  Malariaepidemie ­
  in  der  neueren  Zeit  kann  man  die  Epidemie  unter  den
Arbeitern  der  Kampfergesellschaft  zu  Kösenpo  (Distrikt  Akö)  anführen. ­
  Diese  Gesellschaft  wurde  im  Jahre  1906  begründet  und  machte
es  zu  ihrer  Aufgabe,  in  den  südlichen  Gebirgszügen  der  Nitaka-Kette
auf  einer  Fläche  von  etwa  1000  qkm  die  Kampfergewinnung  zu  betreiben. ­
  Zu  diesem  Zwecke  ließ  sie  aus  Japan  und  aus  allen  Teilen
Formosas  Hunderte  von  Arbeitern  kommen.  Bald  jedoch  brach  unter
diesen  eine  so  starke  Malariaepidemie  aus,  daß  die  Auflösung  des  ganzen
Unternehmens  bevorstand.  Da  wurde  unter  Deitung  von  Dr.  Kinoshita
—  er  war  Professor  an  der  medizinischen  Schule  zu  Taihoku  und  ist
leider  viel  zu  früh  gestorben  —  eine  Bekämpfung  der  Krankheit
unternommen.  Über  die  Ergebnisse  wird  weiter  unten  berichtet.
Ein  anderes  Beispiel.  Auf  den  Hö  ko-Inseln  herrscht  starker
Wind;  Bäume  gibt  es  nur  vereinzelt;  die  Bewohner  leiden  an  Wassermangel. ­
  Daher  trat  die  Malaria  nur  äußerst  selten  auf.  Als  aber
1904  auf  der  Hauptinsel  eine  große  Menge  Arbeiter  benötigt  wurden,
brach  gleich  im  folgenden  Jahre  unter  den  Arbeitern  und  unter  der
Bevölkerung  eine  große  Malariaepidemie  aus.  Es  wurden  in  der  Zeit
von  August  bis  November  1905  in  19  Dörfern  8962  Kranke  (776,5  auf
1000  Einwohner)  und  963  Todesfälle  (10,83  auf  100  Erkrankungen)
beobachtet.  Nach  Mitteilung  von  Prof.  Dr.  Otori  von  der  medizinischen ­
  Schule  zu  Taihoku  sind  alle  von  ihm  untersuchten  Fälle
Malaria  tropica  gewesen.  Im  Jahre  1906  sind  in  denselben  Dörfern
3636  Erkrankungen  und  481  Todesfälle  (13,23  Prozent  der  Erkrankungen) ­
  vorgekommen.  Im  Jahre  1907  brach  sodann  auf  Taisho,
einer  entlegenen  Insel  der  Höko-Gruppe  mit  3136  Einwohnern,  eine
Epidemie  aus;  während  der  Zeit  von  August  bis  Oktober  wurden  hier
382  Erkrankungen  (121,8  auf  1000  Einwohner)  und  84  Todesfälle
(22  Prozent  der  Erkrankungen)  gezählt.  In  den  folgenden  Jahren
kamen  noch  vereinzelte  Fälle  vor.  Jetzt  kann  man  die  Epidemie  auf
            
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