Full text : Die hygienischen Verhältnisse der Insel Formosa

153

II.  Die  Bekämpfung  der  Malaria,
l.  Assanierung.
Die  Assanierung  der  Städte  und  Dörfer  ist  ungemein  wichtig;
sie  ist  bei  einer  auf  dauernde  Erfolge  ausgehenden  Bekämpfung
der  Malaria  das  wirksamste  Mittel  und  wird  daher  vom  Generalgouvernement ­
  systematisch  angestrebt.
2.  Maßregeln  gegen  die  Muskitos  bei  den  Schutztruppen.
Da  die  japanischen  Schutztruppen  in  den  ersten  Jahren  viel
unter  Malaria  zu  leiden  hatten,  so  ordnete  Baron  Koike,  der  damalige ­
  Generalstabsarzt  im  Kriegsministerium  zu  Tokio,  nachdem  er
Formosa  besichtigt  hatte,  im  Jahre  1901  an,  bei  der  Schutztruppe
in  Kilung  versuchsweise  gewisse  Antimuskitomaßregeln  anzuwenden.
Die  Türen  und  Fenster  der  Kaserne  wurden  mit  Drahtnetz  überspannt, ­
  und  die  auf  Nachtwache  stehenden  Mannschaften  mußten
eine  Maske  aus  Netzgewebe  und  dicke  Handschuhe  tragen.  Da  der
Versuch  glänzenden  Erfolg  hatte,  so  wurden  in  Taihoku,  Taichu  und
Tainan  ebenfalls  neue  Kasernen  mit  Schutzvorrichtungen  gegen
die  Mücken  erbaut.  Voraussetzung  zum  erfolgreichen  Gebrauch
solcher  muskitofester  Wohnungen  ist  freilich  gute  Disziplin.
Tabelle  XIII  zeigt  die  unter  den  Soldaten  in  den  Jahren  1897  bis
1909  durch  die  Malaria  verursachten  Erkrankungen  und  Todesfälle.
3.  Prophylaktische  Maßnahmen  in  Kösenpo  (Distrikt  Akö).
Die  Kampfergesellschaft  in  Kösenpo  hat  unter  den  oben  geschilderten ­
  Umständen  den  Kampf  gegen  die  Malaria  aufgenommen.
Dr.  Kinoshita,  der  die  I.eitung  hierbei  übernahm,  hat,  um  die  Endemizität
  festzustellen,  im  April  1907  bei  den  Bewohnern  von  Kösenpo
eine  Blutuntersuchung  vorgenommen  und  seit  dieser  Zeit  alle  Plasmodienträger ­
  sowie  sämtliche  Malariakranke  systematisch  behandelt.
Seit  Juli  desselben  Jahres  wurde  bei  allen  Angestellten  und  Arbeitern
der  Gesellschaft  und  bei  allen,  die  sonst  mit  ihr  in  Zusammenhang
standen,  sowie  auch  bei  den  Einwohnern  von  Kösenpo,  im  ganzen
bei  etwa  3500  Personen,  Kochs  Chininprophylaxis  in  Anwendung
gebracht.  Die  Zahl  der  Erkrankungs-  und  Todesfälle  vor  und  nach
der  Bekämpfung  konnte  nur  bei  den  Japanern  hinreichend  genau
festgestellt  werden;  vergl.  Tabelle  XIV.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.