19. Über einige endemische Krankheiten.
1. Lungendistomenkrankheit (Paragonimiasis).
D iese durch Paragonimus Westermanni Kerbert (Distoma pul
monale Balz) verursachte Krankheit wurde zum ersten Male
beim Menschen festgestellt im Jahre 1879 durch Dr. Ringer
und zwar in Tamsui (Nordformosa). In der nördlichen Hälfte der
Insel findet man sie fast überall, ab und zu auch bei Japanern.
Am häufigsten kommt sie in und bei Jukirin, Nanshö und Shinchiku
im Distrikt Shinchiku sowie in und bei Shinkö und Oshöshü im Di
strikt Taihoku vor. Diese Ortschaften liegen meist an Bächen. Die
Krankheit scheint auch unter den in den nördlichen Gebirgen
wohnenden Wilden zu herrschen, doch läßt sich näheres darüber zur
zeit nicht angeben.
Unter den im Jahre 1909 im Regierungshospital zu Shinchiku
behandelten 1701 Kranken waren 482 Personen mit Erkrankungen
der Atmungsorgane und unter diesen 120 Rungendistomenkranke.
Diese machten also ein Viertel aller Kranken mit Störungen der
Atmungsorgane aus. Dr. Matsuo von demselben Hospital fand unter
689 Einwohnern von Shinchiku 10,74 % (74) mit Distomeneiern
behaftet. Ferner wurden im Oktober 1910 bei 25 von den 104 im
Alter von 7—20 Jahren stehenden formosachinesischen Schülern
der Volksschule zu Nanshö durch Sputumuntersuchung Distomen-
eier festgestellt. Um die Verbreitung dieser Krankheit unter Tieren
nachzuweisen, hat Dr. Kubo von der medizinischen Schule zu Taihoku
mehrere herrenlose Hunde, die zu anderen Zwecken getötet worden
waren, genau untersucht und dabei gefunden, daß in Sinchiku
3 von 7, in Nanshö 3 von 5, in Jukirin sogar alle 6 untersuchten
Tiere mit Parasiten behaftet waren.
2. Anchylostomiasis.
Diese durch Anchylostomum duodenale Dubini verursachte
Krankheit ist auf Formosa überall verbreitet. Besonders häufig