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B. Das Wasserwerk der Stadt Kilung.
Kilung ist einer der besten Häfen Formosas. Auf drei Seiten von
steilen Bergen umgeben, steht er nur gegen Norden offen. Die Reede
ist geräumig und tief genug, um große Schiffe beherbergen zu können.
Die Stadt selbst liegt am Hinterrande des Hafens und zwar im Süd
westen. Seitdem Kilung 1863 dem fremden Handel freigegeben
worden war, stieg die Zahl seiner Einwohner mit jedem Jahre, be-<
sonders nach 1895, da der Hafen für den Verkehr mit Japan ganz
allein in Betracht kommt. Zweifellos hat also der Ort eine gute Zu
kunft. Daher wurde für notwendig erkannt, Kilung sofort mit einer
Wasserleitung zu versehen. Bereits im Juni 1898 wurde die Er-,
richtung eines Wasserwerks in Angriff genommen; im März 1902 war
es vollendet. Die Kosten betrugen 467 000 Yen.
Die Zahl der Einwohner wurde, als man mit dem Bau begann, auf
10 000 geschätzt. Unter Berücksichtigung des künftigen Bevölke
rungszuwachses, den man nach Vollendung der Hafenbauten und
der Eisenbahnlinie Kilung—Takao x ) in besonderer Stärke erwartete,
hat man das Wasserwerk für 50000 Einwohner berechnet. Das Ver
sorgungsgebiet umfaßt außer der Stadt Kilung die politisch zu ihr
gehörigen Ortschaften Sentö und Denryökö. Als normale Verbrauchs
menge wurden auch hier 3 Kubikfuß pro Kopf und Tag angenommen
und als Maximum 6 Kubikfuß.
a) Entnahmestelle und Wasserwerk. Die Entnahmestelle
befindet sich am Selsei-Bache, einem Nebenwassex des Kilung-Flusses.
In dem Bache ist ein Staudamm von 50 Fuß Ränge und 8 Fuß Höhe
aufgeführt, und von da fließt das Wasser mit natürlichem Gefälle in
den Schacht I. Hier sind drei Ventile angebracht, das eine leitet das
Wasser nach dem Klärbecken, das zweite nach Schacht II und III,
während das dritte den Anschluß an ein bei Bedarf künftig hinzu
zufügendes Klärbecken bilden wird. Die Leitungsrohre haben einen
lichten Durchmesser von 14 Zoll. Das Klärbecken ist 37 x 24 x 4,6 m
groß. Sein Wasserinhalt reicht bei normalem Wasserverbrauch bei
30 000 Einwohnern für 1 y 2 Tage aus. Im übrigen ist das Bassin eben
so eingerichtet wie bei dem Wasserwerk von Taihoku. Zwei Filter
mit je 30x 23 x 2,7 m Inhalt und einer Arbeitsgeschwindigkeit von
*) die inzwischen fertiggestellt ist