Full text : Die hygienischen Verhältnisse der Insel Formosa

RS

—  84  —
B.  Das  Wasserwerk  der  Stadt  Kilung.
Kilung  ist  einer  der  besten  Häfen  Formosas.  Auf  drei  Seiten  von
steilen  Bergen  umgeben,  steht  er  nur  gegen  Norden  offen.  Die  Reede
ist  geräumig  und  tief  genug,  um  große  Schiffe  beherbergen  zu  können.
Die  Stadt  selbst  liegt  am  Hinterrande  des  Hafens  und  zwar  im  Südwesten. ­
  Seitdem  Kilung  1863  dem  fremden  Handel  freigegeben
worden  war,  stieg  die  Zahl  seiner  Einwohner  mit  jedem  Jahre,  be-<
sonders  nach  1895,  da  der  Hafen  für  den  Verkehr  mit  Japan  ganz
allein  in  Betracht  kommt.  Zweifellos  hat  also  der  Ort  eine  gute  Zukunft. ­
  Daher  wurde  für  notwendig  erkannt,  Kilung  sofort  mit  einer
Wasserleitung  zu  versehen.  Bereits  im  Juni  1898  wurde  die  Er-,
richtung  eines  Wasserwerks  in  Angriff  genommen;  im  März  1902  war
es  vollendet.  Die  Kosten  betrugen  467  000  Yen.
Die  Zahl  der  Einwohner  wurde,  als  man  mit  dem  Bau  begann,  auf
10  000  geschätzt.  Unter  Berücksichtigung  des  künftigen  Bevölkerungszuwachses, ­
  den  man  nach  Vollendung  der  Hafenbauten  und
der  Eisenbahnlinie  Kilung—Takao  x )  in  besonderer  Stärke  erwartete,
hat  man  das  Wasserwerk  für  50000  Einwohner  berechnet.  Das  Versorgungsgebiet ­
  umfaßt  außer  der  Stadt  Kilung  die  politisch  zu  ihr
gehörigen  Ortschaften  Sentö  und  Denryökö.  Als  normale  Verbrauchsmenge ­
  wurden  auch  hier  3  Kubikfuß  pro  Kopf  und  Tag  angenommen
und  als  Maximum  6  Kubikfuß.
a)  Entnahmestelle  und  Wasserwerk.  Die  Entnahmestelle
befindet  sich  am  Selsei-Bache,  einem  Nebenwassex  des  Kilung-Flusses.
In  dem  Bache  ist  ein  Staudamm  von  50  Fuß  Ränge  und  8  Fuß  Höhe
aufgeführt,  und  von  da  fließt  das  Wasser  mit  natürlichem  Gefälle  in
den  Schacht  I.  Hier  sind  drei  Ventile  angebracht,  das  eine  leitet  das
Wasser  nach  dem  Klärbecken,  das  zweite  nach  Schacht  II  und  III,
während  das  dritte  den  Anschluß  an  ein  bei  Bedarf  künftig  hinzuzufügendes ­
  Klärbecken  bilden  wird.  Die  Leitungsrohre  haben  einen
lichten  Durchmesser  von  14  Zoll.  Das  Klärbecken  ist  37  x  24  x  4,6  m
groß.  Sein  Wasserinhalt  reicht  bei  normalem  Wasserverbrauch  bei
30  000  Einwohnern  für  1  y 2  Tage  aus.  Im  übrigen  ist  das  Bassin  ebenso ­
  eingerichtet  wie  bei  dem  Wasserwerk  von  Taihoku.  Zwei  Filter
mit  je  30x  23  x  2,7  m  Inhalt  und  einer  Arbeitsgeschwindigkeit  von

*)  die  inzwischen  fertiggestellt  ist
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.