Full text : Die hygienischen Verhältnisse der Insel Formosa

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10  Fuß  in  24  Stunden  filtrieren  in  einem  Tage  eine  Wassermenge,
die  bei  einem  Verbrauche  von  4,5  Kubikfuß  pro  Kopf  und  Tag  für
30  000  Menschen  ausreicht.  Das  filtrierte  Wasser  wird  dem  Schacht  III
zugeführt.  Um  etwaigem  Wassermangel  vorzubeugen,  ist  an  einer
anderen  Stelle  des  Baches,  kurz  nach  Einmündung  des  Tosei-Baches,
ein  weiterer  Staudamm  gebaut  worden.  Von  hier  aus  kann  man  das
Wasser  eventuell  unmittelbar  nach  der  Stadt  leiten  oder  auch,  vermittels ­
  einer  Dampfpumpe,  dem  Schacht  I  zuführen.
b)  Zuleitung  des  Wassers.  Das  Wasser  wird  aus  Schacht  III
vermittels  eines  14  Zoll  weiten  Stahlrohres  über  die  Eisenbahnbrücke ­
  und  durch  den  Tunnel  bei  Hatto  nach  der  Stadt  geführt.
Das  Hauptrohr  teilt  sich  hier  in  zwei  gußeiserne  Rohre  mit  einem
lichten  Durchmesser  von  je  10  Zoll,  und  diese  wieder  verästeln  sich
dann  durch  Eisenrohre  mit  lichten  Durchmessern  von  14,  10,  8,  6  und
4  Zoll  weiter  über  das  ganze  Versorgungsgebiet.  Die  über  dieses  verteilten ­
  56  Hydranten  dienen  zugleich  als  öffentliche  Wasserzapfstellen.
In  der  unmittelbaren  Nähe  der  Stadt,  dort,  wo  sich  das  Hauptrohr
gabelt,  ist  ein  Stadtwassermesser  angebracht.
C.  Das  Wasserwerk  von  Tamsui.
Tamsui,  1858  geöffnet,  ist  ein  für  den  Verkehr  mit  China  wichtiger ­
  Hafen  und  liegt  etwa  20  km  nördlich  von  Taihoku.  Da  der
Hafen  sozusagen  die  Eingangspforte  für  die  verschiedenen  Infektionskrankheiten, ­
  besonders  für  die  Cholera  darstellt,  so  mußte  er  eher
als  alle  anderen  Orte  Formosas  mit  einwandfreier  Wasserversorgung
versehen  werden.  Der  Bau  der  Wasseranlagen  begann  im  Februar
1898  und  war  im  März  1899  vollendet.  Er  erforderte  einen  Aufwand
von  103  000  Yen.  Als  man  den  Bauplan  entwarf,  wurde  die  Zahl  der
Einwohner,  da  eine  Statistik  damals  noch  nicht  vorlag,  schätzungsweise ­
  mit  6000  angenommen  und  die  Wasserversorgung  in  Rücksicht
auf  die  Zukunft  auf  20  000  Menschen  berechnet.  Als  Durchschnittswasserverbrauch ­
  pro  Kopf  und  Tag  setzte  man  auch  hier  3  Kubikfuß
an  und  als  Maximum  6  Kubikfuß.
a)  Quellfassung  und  Zuleitung.  In  Söshuntö,  vier  Kilometer ­
  von  Tamsui  entfernt,  entspringt  am  Fuße  eines  Berges  eine
Quelle.  Sie  fördert  in  24  Stunden  268  000  Kubikfuß  zu  Tage;  eine
            
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