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Zwecken in den Laboratorien und in der Industrie ver
wendeten Porzellangegenstände, wie Tiegel, Schalen,
Kessel, Röhren usw., durch ihre Temperaturbeständig
keit und ihre säurefeste Glasur eine Vollendung er
fahren, die dem „Berliner Porzellan“ einen Weltruf
verschafft hat.
Das ganz persönliche hohe Interesse, das auch unser
Kaiser dem keramischen Gewerbe in reichem Masse
zuwendet, ist aus der Tatsache bekannt, dass er auf
seinem Landgut Cadinen durch den Direktor der Ber
liner Porzellanmanufaktur A. Heinecke eine Majolika
fabrik hat errichten lassen.
Die Zahl der Porzellan- und Steingutfabriken in
Deutschland hat sich in den letzten 25 Jahren von 228
auf 359, die Anzahl der darin beschäftigten Arbeiter von
37 000 auf 66 000 vermehrt.
Wenn Potts keramische Arbeiten auf rein wissen-Berliner Blau
schaftliCher Grundlage geschahen, so wurde um dieselbe
Zeit eine wichtige Berliner Entdeckung ganz zufällig ge
macht. Als der Farbenkunstler Diesbach eine eisen
haltige Cochenille-Abkochung mit einer Kalilauge fällen
wollte, die zufällig durch eine stickstoffhaltige anima
lische Substanz, das sogenannte Dippelsche Knochenöl,
verunreinigt war, erhielt er statt des roten Florentiner
Lackes einen prachtvollen blauen Farbstoff, der später
zu einer ausgedehnten Industrie geführt hat, in der neben
den zyanhaltigen Rückständen der Leuchtgasfabrikation
vornehmlich die alten Schuhe und Stiefel verarbeitet
werden, die wir alljährlich ablegen. Dieser Farbstoff,
das Berliner Blau, ein Zyanid von Kalium und Eisen,
ist das Ausgangsmaterial für alle Zyanverbindungen ge-