Full text: Deutschlands chemische Industrie

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Alizarin 
Steirikohlenteer den herrlichen Farbstoff des Krapps oder, 
das wohltätige Chinin zu machen." 
Der erste epochemachende Schritt auf diesem Wege 
war in der Tat die Synthese dieses „herrlichen Krapp 
farbstoffes", des Alizarins, aus dem Anthrazen des Stein 
kohlenteers durch C. Gräbe und C. Liebermann in 
Berlin im Jahre 1869. Sie ging aus dem Laboratorium 
und der Forschungsrichtung von Adolf von Baeyer 
hervor, dem Schüler Kekules und späteren Nachfolger 
Liebigs. 
Die schwierige Aufgabe, diese Erfindung zur tech 
nischen Durchführung zu bringen, wurde von Heinrich 
Caro in der Badischen Anilin- und Sodafabrik mit Hilfe 
alkalischer Verschmelzung der Anthrachinonsulfosäure 
gelöst, einer kürz vorher von H. Wichelhaus bei der 
Bereitung von Naphthol in die Technik eingeführten., 
für die Farbenchemie äusserst fruchtbar gewordenen 
Reaktion.*) 
Auf das erste, wegen der Verwendung von Brom 
technisch undurchführbare Verfahren hätten Gräbe und 
Liebermann am 23. März 1869 in Preussen ein Patent 
erhalten. Die Patentierung des neuen brauchbaren 
Weges über die Sulfosäure aber wurde von der techni 
schen Deputation des preussischen Handelsministeriums 
versagt,**) weil diese Methode gegenüber der ersten 
„keinen Erfindungsgedanken enthalte". Durch diese Ent 
scheidung war das unbrauchbare Verfahren in Deutsch 
land geschützt, das brauchbare aber ungeschützt und 
*) A. Wichelhaus. Organische Farbstoffe. Dresden, 1909. S. 34 
und Derselbe: Sulfiren, Alkalischmelze der Sulfosäuren, Este- 
rifizieren. Leipzig 1911. S. 97. 
**) Erinnerungen an die technische Deputation für Gewerbe im. 
Jahrbuch des Vereins deutscher Ingenieure. 1911, 3, 265.
	        
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