Full text : Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Kapitel  II.  Der  Staatssozialismus.

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^ringen  die  Theorien  der  deutschen  idealistischen  Philosophen  in  die
Diskussionen  der  Volkswirtschaftler  ein  und  schwellen  so,  von  der  unvergleichlichen ­
  Kraft  seiner  Beredsamkeit  getragen,  die  Flut,  die  sehr  bald
den  manchesterlichen  Liberalismus  hinwegschwemmen  wird.

§  3.  Der  eigentliche  Staatssozialismus.
Der  Zeitraum,  der  zwischen  dem  1864  erfolgten  Tode  Lassalle’s
^  dem  Kongreß  zu  Eisenach  im  Jahr  1872  liegt,  ist  für  die  Bildung
es  deutschen  Staatssozialismus  entscheidend.
jo 7  ^ un ächst  mindern  die  glänzenden  Erfolge  Bismarck’s  von  1866  und
T».  die  politische  Bedeutung  der  Führer  der  liberalen  Partei,  deren
mdheit  im  Gegensatz  zu  dem  vorausschauenden  Scharfsinn  der  Reklar
  zutage  getreten  ist.  Ein  Schatten  dieses  Vorwurfs  fiel  auch
den  wirtschaftlichen  Liberalismus,  dessen  Führer  in  Deutschland  teildie
 1S Q  *^ ese ^ en  waren >  wie  die  der  liberalen  Partei 1 ).  Dagegen  erhielt
btaatsidee,  wie  sie  im  Kanzler  des  jungen  Reiches  verkörpert  war,
en  n euen  Glanz.  Zur  gleichen  Zeit  gewöhnt  die  historische  Schule,
| ? taate  das  Seinige  (S.  409).“  —  Indem  Fichte  von  diesem  Prinzip  ausgeht,
(Lanf t - er  VOr ’  einen  Staat  zu  organisieren,  in  dem  die  Mitglieder  eines  jeden  Berufes
der  i rte ’  Handwerker,  Händler  usw.)  einen  kollektiven  Kontrakt  mit  den  Mitgliedern
Arh eron  Berufe  abzuschließen,  —  in  dem  sie  ihnen  versprechen,  sie  nicht  in  ihrer
kerst'p  b . eeintr ächtigen,  sondern  ihnen  die  Lieferung  der  Gegenstände,  die  sie  selbst
daß  a-  '’  in  genügender  Menge  zu  garantieren.  Der  Staat  würde  darüber  wachen,
, 10  Anzahl  der  Personen  in  jedem  Berufe  nicht  zu  groß  und  nicht  zu  klein  sei.  Er
h er „  C ,  ,. n  Breis  der  Waren  festsetzen.  Da  jedoch  der  Außenhandel  dies  durch  Kontrakt
Gleichgewicht  stören  würde,  dessen  Folge  die  Verbürgung  der  Existenz-Seschl
  6lt  e * neS  i eden  ware >  müßte  der  Handelsstaat  durch  Zollschranken  völlig  abin ­
  sei° SSCn  Werden -  —  Bas  ganze  Werk  ist  originell  und  interessant.  A.  Mengek,  der
kurze 1 '/ 111  ^ ucb:  »Das  Recht  auf  den  vollen  Arbeitsertrag,  im  2.  Kap.  eine
kegi  ^ Usam menfassung  davon  gibt,  glaubt,  daß  Fichte  zu  seinem  Buch  durch  die
Haxim 1111 ^  ^ es  Konvents  während  der  Schreckensperiode,  durch  die  Einrichtung  des
Won],  Um !  und  der  Assignaten,  vielleicht  auch  durch  die  Ideen  Babeuf’s  angeregt
Uich t etl  S6 -'‘  kiCHTE  unterläßt  aber  nicht,  darauf  hinzuweisen,  daß  sein  Handelsstaat
dßshalh  W - 6  61  ' bn  au Hührt,  verwirklicht  werden  kann,  daß  aber  ein  Buch,  wie  das  seinige
Iqjt  nicht  weniger  nützlich  ist,  da  es  dem  Politiker  allgemeine  Grundregeln  gibt.
| aru i  u  e  des  großen  Krieges  hat  man  oft  von  der  wirtschaftlichen  Organisation  Deutsch-'
 v ähr  wi Sa lP’  daß  sie  das  FiCHTE’sche  Ideal  verwirklicht  hätte.  Aber  alle  Staaten  haben
Gleich  <lieser  Periode  den  Versuch  gemacht,  durch  Verordnungen  eine  Art  von
halten  Wicbt  zwi schen  den  lebenswichtigen  Zweigen  der  Erzeugung  aufrecht  zu  er-Weiß"’
  unter  möglichst  vollkommener  Ausschließung  der  fremden  Einfuhren.  Man
welchen  Schwierigkeiten!
in  o  lr otzdem  ist  es  bemerkenswert,  daß  die  meisten  der  zwischen  1866  und  1875
jjn^  ^ütsehland  eingeführten  Handels-  und  Finanzmaßnahmen  (Maß-  und  Gewichtndttelh
  kieldsystem,  Organisation  der  Banken,  Industrieordnung,  Zollpolitik)  unöar
  auf  den  Prinzipien  des  wirtschaftlichen  Liberalismus  beruhten.
            
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