Full text : Die Frau und die Arbeit

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Vom  Richterstuhl  bis  zum  Parlamentssitz,  vom  Kabinett
des  Staatsmannes  bis  zum  Kontor  des  Kaufmanns,  vom
chemischen  Laboratorium  bis  zur  Sternwarte,  nirgend  ist
eine  Stelle  oder  eine  Arbeitsgelegenheit,  für  die  wir  nicht
die  Absicht  hätten,  uns  tauglich  zu  machen.  Es  gibt  keine
verschlossene  Tür,  die  wir  nicht  aufbrechen  wollen,  und
es  gibt  keine  Frucht  im  Garten  der  Erkenntnis,  von  der
wir  nicht  zu  essen  entschlossen  wären.  Wir  wissen,  daß  die
Natur  in  uns  und  durch  uns  arbeitet  und  erbarmungslos
unsere  Mängel,  unsere  Kräfte  auf  decken  wird.  Vorderhand ­
  aber  gehört  jede  Arbeit  in  unser  Gebiet!
Aber  man  wird  nun  einwenden:  „Und  was  ist  mit  dem
Krieg,  dieser  Art  menschlichen  Ringens,  das  sein  Ziel
durch  physische  Gewalt  und  um  den  Preis  fremden  Lebens ­
  erreicht  —  wollt  ihr  daran  auch  teilnehmen  ?“  Darauf
antworten  wir:  Ja,  ganz  besonders  beabsichtigen  wir,  auf
diesem  Feld  unsere  Rolle  zu  spielen.  Seit  jeher  haben  wir
unser  Teil  an  den  Lasten  des  Krieges  getragen.  Nicht  nur
in  primitiven  Zeiten,  wo  wir  unter  der  Zerstörung  der  Felder, ­
  die  wir  bestellt,  und  der  Häuser,  die  wir  gebaut,  zu
leiden  hatten  oder  in  späteren  Jahrhunderten,  wo  wir  als
die  ungezählten  häuslichen  Arbeiter  und  Produzenten  an
Abgaben,  Verlusten,  Lebensmitteln  und  persönlicher  Arbeit ­
  soviel  wie  die  Männer  an  Kriegskosten  beizusteuern
hatten.  Nicht  nur  weil  in  der  neueren  Zeit  manche  von
uns  als  Kriegspflegerinnen  oder  in  früheren  Epochen  hier
und  da  als  Führerinnen  und  Häuptlinge  unser  Teil  trugen;
noch  selbst,  weil  die  Entschlossenheit  der  Frauen  und
ihre  Bereitschaft,  zu  leiden,  in  allen  Zeiten  wieder  und
wieder  aufs  stärkste  das  Schicksal  kriegführender  Völker
beeinflußt  haben  —  nicht  aus  diesen  Ursachen  allein
fordern  wir  ein  Recht  der  Mitbestimmung,  wo  es  sich  um
den  Krieg  handelt.  Unsere  Beziehungen  zum  Krieg  sind
weit  engere,  persönlichere  und  unlösbarere  als  diese.  Die
Männer  haben  Bumerangs,  Bogen,  Schwerter  und  Ka ­
            
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