Full text : Die Frau und die Arbeit

maßen  weitschweifige  Illustration  gestattet  ist)  durch  unzählige ­
  Generationen  die  Lebensbedingungen  absolut  unverändert ­
  geblieben  sind,  wo  durch  Jahrhunderte  die  Männer ­
  sich  dem  Kampf  gegen  wilde  Tiere  und  gefährliche
Feinde  widmen  mußten,  mag  die  Polygamie  eine  allgemeine ­
  Notwendigkeit  gewesen  sein,  wenn  die  Rasse  bestehen ­
  und  an  Zahl  nicht  abnehmen  sollte,  und  in  Erkenntnis ­
  dessen  wurde  sie  anerkannt  und  unterwarf  sich  die  Gesellschaft ­
  der  Polygamie  als  einer  allgemeinen  Institution,
so  viel  Leid  sie  auch  mit  sich  bringen  mochte.
Solange  Not  an  Nahrungsmitteln  herrschte,  mag  die  Vernichtung ­
  überzähliger  Greise  und  Kinder  eine  Notwendigkeit ­
  für  das  Wohl  des  einzelnen  wie  der  Allgemeinheit  gewesen ­
  sein,  und  die  ganze  Gesellschaft  wird  ohne  moralische ­
  Zweifel  darein  gewilligt  haben.  Wäre  einmal  eine
Sonnenfinsternis  mit  dem  Erscheinen  eines  imbekannten
Insekts  zusammengefallen,  so  hätte  man  dieses  für  einen
Gott  gehalten,  der  die  Finsternis  herbeiführte,  und  Jahrhunderte ­
  würden  vergehen,  ohne  daß  ein  Zweifel  an  diesem ­
  Glauben  erwachte.  Es  gäbe  keine  sozialen  und  religiösen ­
  Probleme,  und  die  Meinung  des  einen  wäre  die  Anschauung ­
  aller,  und  alle  befänden  sich  mehr  oder  weniger
in  Übereinstimmung  mit  den  bestehenden  Einrichtungen
und  Sitten.
Aber  nehmen  wir  nun  an,  es  erschienen  plötzlich  Fremde,
die  mit  überlegenen  Waffen  und  Wissen  ausgestattet  wären,
die  alle  wilden  Tiere  ausrotten  würden  und  den  Kampf  und
damit  den  Verlust  zahlreicher  Männer  zu  einer  Sache  der
Vergangenheit  machten,  so  würde  nicht  nur  der  Mann  gezwungen, ­
  in  die  weibliche  Domäne  landwirtschaftlicher  und
häuslicher  Arbeit  einzudringen,  sondern  die  Zahl  der  Männer ­
  würde  auch,  da  ihrer  nicht  mehr  so  viele  umkämen,  die
der  Frauen  erreichen  oder  sie  überragen.  Es  würde  dann
nicht  bloß  eine  Streitfrage,  ein  „Problem“  werden,  welche
Arbeiten  von  den  Männern  und  welche  von  den  Frauen

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