Full text : Die Frau und die Arbeit

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ihrer  Pflicht  gegenüber  der  neuen  Gesellschaft  genügen
und  deren  Last  gemeinsam  mit  dem  Manne  tragen  können,
wie  ihre  Vorfahrinnen  in  vergangenen  Zeiten  die  ihrige  getragen ­
  hatten.
Daß  in  dieser  Richtung  und  in  dieser  allein  die  einzig
mögliche  Abhilfe  für  den  Zustand  der  Frauen  lag,  war  eine
Vorstellung,  die  augenscheinlich  niemand  erfaßte.  Und  so
sank  das  Weib  tiefer  und  tiefer  herab  zu  dem  Bild  jener
parasitischen  Römerin,  die  in  toller  Jagd  nach  Vergnügen
und  Sinneslust  die  Leere  auszufüllen  suchte,  die  der  Mangel
an  ehrlicher  Arbeit  hinterlassen  hatte,  die  Lust  anstatt
Liebe,  Bequemlichkeit  anstatt  Tätigkeit  hinnahm,  maßlos ­
  konsumierte  anstatt  zu  produzieren  und  endlich  zu  entnervt ­
  war,  um  auch  nur  Kinder  zur  V/elt  bringen  zu  wollen,
da  sie  vor  jeder  Art  Leiden  und  Ertragen  zurückschreckt.
So  bleibt  die  Römerin  jener  Zeit  —  der  auch  in  ihrer  Erniedrigung ­
  noch  eine  Spur  der  alten  römischen  Intensität
anhaftet  —  selbst  heutigen  Tages  noch  das  vollendetste  und
darum  abstoßendste  Bild  des  parasitischen  Weibes,  daß  die
Erde  jemals  hervorgebracht  hat  —  ein  Bild,  dessen  Widerlichkeit ­
  nur  noch  durch  seine  Tragik  übertroffen  wird.
Wir  begreifen,  daß  es  unausweichlich  war,  daß  diese
Frauen,  die  durch  ihre  Stellung  dazu  geboren  schienen,  eine
Welt  zu  lenken  und  zu  erleuchten,  und  anstatt  dessen  nur
auf  Kosten  dieser  Welt  lebten,  zuletzt  auch  nur  kraftlose
Männer  gebären  konnten,  und  daß  beide  schließlich  hinweggefegt ­
  wurden  bei  dem  Auftreten  jenes  teutonischen
Stammes,  dessen  mannhafte  Frauen  auch  Männer  gebären ­
  konnten.  Ein  Volk,  bei  dem  es  Sitte  war,  daß  die
Frau  an  ihrem  Hochzeitsmorgen  von  dem  Manne,  der
ihr  Gefährte  fürs  Leben  werden  sollte,  nicht  irgendein  verächtliches ­
  Geschmeide,  um  Hals  oder  Glieder  damit  zu
behängen,  zum  Geschenk  erhielt,  sondern  Schild,  Speer
und  Schwert  und  ein  Joch  Ochsen,  während  sie  dem  Mann
als  Gegengabe  eine  volle  Rüstung  bot,  als  Zeichen,  daß
            
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