unerhörten Zunahme der Zwangverssteigerungen entstan-
den war.
Die Mitteilungen, die mir auf mein Ersuchen von
der Nördöstlichen Bau-Beruf-Genossenschaft und von
der Ortskrankenkassse der Maurer über die Zustände und
Verluste im Baugewerbe gemacht worden waren, erreg-
ten große Entrüstung. Es ergab sich daraus, daß in den
letzten drei Jahren der dritte bis vierte Teil der Bau-
unternehmer sogar die Krankenkasssen Beiträge ihrer Ar-
beiter unterschlagen hatten. Es war von diesen Leuten
der Offenbarungeid über Beträge geleistet worden, die
nach Angabe der Kasse nicht einmal zum Frühstück ge-
reicht hätten.
[T zweite Redner, unser verstorbenes Bundesmit-
lied Steinmetzmeister Heinrich V öl k e r, gab er-
schütternde Einzelheiten über die Zustände, die auf dem
Baumarkt herrschten und über seine eigenen Erlebnisse
bekannt. Er sagte, daß der Malermeister Seeger, der zum
Mörder geworden sei, zu der überzeugung gekommen
wäre, daß die Regierung nicht mehr helfe. Er konnte
nicht mehr kämpfen und wollte nicht betrügen. Ähnliche
Fälle, wie der Fall Seeger, ständen uns vielleicht noch
bevor. Die Handwerker verlangten von der Regierung,
daß sie ihre Nachlässigkeit aufgebe und endlich Ernst mache
mit ihrer Hilfe.
Der Obermeister der Maler Innung Schnare hatte die
Mitglieder seiner Innung aufgefordert, Angaben über
ihre Verluste mitzubringen. Einige Anwesende hatten
dieser Aufforderung entsprochen und meldeten sich. Ein
Malermeister hatte Mk. 27 952 verloren, ein anderer Mk.
31 700. Ein Kunst- und Bauschlossser hatte Mk. 35 440
verloren, ein Dekorationmaler Mk. 36 771. Ich erklärte
mich bereit, weitere Mitteilungen entgegenzunehmen, um
sie dem Justizminister vorzulegen. In der Versamm-
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